Versicherungssumme bei schweren Krankheiten wählen

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Eine Kapitalleistung von 100.000 Euro klingt nach viel. Steht mehrere Jahre lang keine volle Arbeitskraft zur Verfügung, schmilzt dieser Betrag jedoch schneller als gedacht. Die Frage nach der richtigen Versicherungssumme ist deshalb der zentrale Planungspunkt beim Abschluss einer Dread-Disease-Police, wichtiger als jeder Beitragsvergleich. In diesem Ratgeber rechnen wir Ihren Bedarf Schritt für Schritt durch, zeigen die Mindest- und Höchstsummen der gängigen Tarife, ordnen echte Beitragsbeispiele ein und benennen die Vertragsklauseln, die darüber entscheiden, wie viel Geld im Ernstfall tatsächlich ankommt.

Was die Versicherungssumme bei einer Dread-Disease-Police leistet

Anders als eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt die Schwere-Krankheiten-Versicherung kein monatliches Einkommen, sondern ein vereinbartes Einmalkapital bei Diagnose einer im Vertrag definierten Erkrankung. Über die Verwendung entscheiden Sie frei: barrierefreier Umbau, Zuzahlungen, Reduzierung der Arbeitszeit, Sondertilgung eines Darlehens oder schlicht ein Puffer für die nächsten Monate. Warum die Auszahlung praktisch immer als Kapital erfolgt und wie Sie daraus bei Bedarf eine laufende Zahlung machen, erläutert unser Beitrag zu Einmalleistung oder Rente.

Dieser Unterschied bestimmt die Höhe. Wer das Kapital als vollständigen Ersatz für entgangenes Einkommen plant, braucht ein Vielfaches dessen, was jemand benötigt, der bereits eine Berufsunfähigkeitsrente abgesichert hat und die Leistung als Zusatzpuffer versteht. Die Versicherungssumme lässt sich deshalb nie isoliert festlegen, sondern nur im Kontext Ihres gesamten Risikoschutzes. Welche Rolle beide Produkte jeweils übernehmen, zeigt der Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung und Schwere-Krankheiten-Versicherung.

Wichtig ist außerdem eine klare Trennung: Die Summenhöhe verändert den Leistungsumfang nicht. Welche Diagnosen mit welchem Schweregrad überhaupt zur Auszahlung führen, steht im Krankheitskatalog und in den Definitionen. Was Versicherer unter einer schweren Krankheit verstehen und welche Krankheiten versichert sind, hängt nicht am Betrag. Eine höhere Summe verbreitert also nicht den Schutz, sie vergrößert nur die Zahlung im Leistungsfall. Prüfen Sie deshalb zuerst die Bedingungsqualität, erst danach die Summe.

Schritt für Schritt zur passenden Höhe

Die Bedarfsrechnung folgt einer einfachen Logik: Ermitteln Sie die Lücke, die nach allen anderen Leistungen offenbleibt, und multiplizieren Sie sie mit dem Zeitraum, den Sie überbrücken wollen. Vier Schritte führen zum Ergebnis.

  1. Monatliche Fixkosten erfassen. Miete oder Annuität, Nebenkosten, Energie, Versicherungen, Mobilität, Betreuung und Unterhalt. Als grobe Orientierung: Die durchschnittlichen privaten Konsumausgaben lagen 2024 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 3.257 Euro je Haushalt und Monat. Ihre eigenen Zahlen sind aussagekräftiger, der Wert zeigt aber, in welcher Größenordnung sich ein Durchschnittshaushalt bewegt.
  2. Bestehende Leistungen abziehen. Angestellte erhalten sechs Wochen Entgeltfortzahlung, danach Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des Bruttoentgelts, höchstens 90 Prozent des Nettoentgelts (§ 47 SGB V), längstens 78 Wochen wegen derselben Krankheit (§ 48 SGB V). Rechnen Sie eine vorhandene Berufsunfähigkeitsrente, Krankentagegeld und verfügbare Rücklagen hinzu.
  3. Krankheitsbedingte Mehrkosten addieren. Zuzahlungen sind zwar über die Belastungsgrenze von zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen gedeckelt, bei chronisch Kranken ein Prozent (§ 62 SGB V). Nicht gedeckelt sind Fahrten zu Behandlungsterminen, Haushaltshilfe, Umbauten, Perücken oder Therapien außerhalb des Leistungskatalogs. Dass diese Posten Haushalte real in Schieflage bringen, zeigt der Umstand, dass die Deutsche Krebshilfe dafür einen eigenen Härtefonds für unverschuldet in Not geratene Patienten unterhält.
  4. Überbrückungszeitraum festlegen. Zwölf Monate sind die Untergrenze, 24 bis 36 Monate gelten als solide Planung, weil Behandlung, Rehabilitation und stufenweise Rückkehr in den Beruf selten in einem Jahr abgeschlossen sind.

Rechenbeispiel (Modellrechnung, keine Zusage einer Leistung): Ein Haushalt hat 2.600 Euro monatliche Fixkosten. Das Krankengeld deckt davon 1.700 Euro, es bleibt eine Lücke von 900 Euro. Hinzu kommen geschätzte 4.000 Euro einmalige Mehrkosten für Fahrten, Zuzahlungen und eine Haushaltshilfe sowie 10.000 Euro für einen barrierefreien Umbau. Für 24 Monate ergibt das 900 × 24 = 21.600 Euro plus 14.000 Euro, also rund 36.000 Euro. Fehlt zusätzlich eine Berufsunfähigkeitsabsicherung und soll die Summe auch die Zeit nach dem Ende des Krankengeldes tragen, verschiebt sich das Ergebnis schnell in Richtung 100.000 Euro und mehr.

Diese Rechnung ist der Kern der Summenplanung. Wie Sie Ihre persönliche Versorgungslücke systematisch eingrenzen, vertieft der verlinkte Ratgeber. Familiäre Faktoren verschieben das Ergebnis erheblich: Ein Alleinverdiener mit Kindern und laufender Immobilienfinanzierung braucht spürbar mehr Deckung als ein Doppelverdienerhaushalt zur Miete, in dem ein zweites Einkommen die Fixkosten trägt.

Mindest- und Höchstsummen: Was der Markt tatsächlich anbietet

Die Spannbreite im deutschen Markt ist groß, und die Grenzen stehen in den Tarifunterlagen, nicht im Ermessen des Beraters. Ein Blick auf die Tarife, die wir vermitteln:

  • Der Zurich Eagle Star Krankheits-Schutzbrief versichert bei schwerer Erkrankung Summen zwischen 5.000 und 2 Millionen Euro, im Todesfall zwischen 5.000 Euro und 5 Millionen Euro. Für einzelne Leistungen gelten eigene Höchstwerte. Das Eintrittsalter liegt zwischen 15 und 60 Jahren, das Höchstendalter bei 75 Jahren, die Laufzeit bei maximal 40 Jahren. Der Mindestbeitrag beträgt 12 Euro monatlich, der Beitrag ist für die gesamte Laufzeit garantiert.
  • Die NÜRNBERGER Dread Disease startet beim Krankheitsschutz ab 25.000 Euro, der Todesfallschutz ab 15.000 Euro. Kinder sind bis zum 18. Geburtstag automatisch und beitragsfrei mit 50 Prozent der Versicherungssumme mitversichert.
  • Die Canada Life Schwere Krankheiten Vorsorge begrenzt die versicherte Leistung für schwere Krankheiten bis zum 14. Geburtstag der versicherten Person auf 150.000 Euro. Eine höhere Summe lässt sich bereits bei Vertragsabschluss beantragen, was eine spätere Gesundheitsprüfung erspart.
  • Der Gothaer Perikon ist als fondsgebundene Konstruktion aufgebaut und zahlt im Leistungsfall das um ein Prozent erhöhte Fondsvermögen, mindestens jedoch die in der Police vereinbarte Versicherungssumme.

Die Obergrenze ist dabei keine reine Rechengröße. Jeder Versicherer prüft neben dem Gesundheitszustand auch, ob die gewünschte Summe zu Einkommen und Vermögen passt. Sehr hohe Deckungen führen zu erweiterten Prüfungen, etwa ärztlichen Untersuchungen oder Einkommensnachweisen. Eine Gegenüberstellung der Leistungsmerkmale finden Sie in unserer Übersicht aller Schwere-Krankheiten-Tarife.

Lebenslage und Orientierung für die Summenwahl
Lebenslage Zentrale Kostenfaktoren Planungshinweis zur Summe
Alleinstehend, angestellt, Berufsunfähigkeitsschutz vorhanden Krankengeld über 78 Wochen, überschaubare Fixkosten Mittlere Summe als Puffer für Mehrkosten und Eigenanteile, meist im unteren sechsstelligen Bereich
Familie mit Kindern und Immobilienfinanzierung, ein Verdiener Annuität, Betreuung, hohe laufende Fixkosten Deutlich höhere Summe, orientiert an 24 bis 36 Monaten Fixkosten zuzüglich geplanter Sondertilgung
Selbstständig, ohne Berufsunfähigkeitsschutz und ohne Krankentagegeld Betriebsfixkosten laufen weiter, keine Entgeltfortzahlung Hohe Summe, sinnvoll kombiniert mit einer Absicherung der Arbeitskraft
Beamte mit Dienstunfähigkeitsabsicherung Absicherung greift oft erst nach längerer Prüfung Summe als Brücke bis zur dauerhaften Versorgungsentscheidung
Geschäftsführer einer GmbH Betriebliche Verpflichtungen und private Fixkosten parallel Bedarf getrennt nach Gesellschaft und Privathaushalt rechnen

Für Geschäftsführer lohnt zusätzlich der Blick auf die Absicherung über die GmbH, weil dort die Frage der Summe auch eine Frage der Vertragsgestaltung zwischen Gesellschaft und Geschäftsführer ist.

Ihre optimale Deckungssumme ermitteln

In einer kostenlosen Erstberatung ermitteln wir gemeinsam, welche Absicherungshöhe zu Ihrer Lebenssituation und Ihrem Budget passt.

Was eine höhere Summe kostet: Beitragsbeispiele im Vergleich

Die entscheidende Frage lautet oft nicht „Wie viel brauche ich?“, sondern „Was kostet mich der Unterschied?“. Dazu hilft ein Blick auf veröffentlichte Beispielrechnungen. Canada Life weist für die Schwere Krankheiten Vorsorge folgende Größenordnungen aus (eigene Berechnungen des Anbieters, Stand 11/2025):

  • Person mit 30 Jahren, Nichtraucher, Laufzeit 20 Jahre: Versicherungssumme 33.224 Euro, Gesamtbeitrag 15 Euro monatlich.
  • Junge Familie, Mann 33 und Frau 30 Jahre, beide Nichtraucher, zwei Kinder: 51.068 Euro Versicherungssumme je Elternteil und bis zu 35.000 Euro je Kind, Gesamtbeitrag 50 Euro monatlich bei 37 Jahren Versicherungsdauer.
  • Selbstständiger mit 35 Jahren, Nichtraucher, Versicherungssumme 100.000 Euro: 41,50 Euro monatlich bei Absicherung bis Alter 55, 54,41 Euro bei Absicherung bis Alter 67.
  • Gleiche Person, Versicherungssumme 200.000 Euro: 75,00 Euro monatlich bis Alter 55, 100,61 Euro bis Alter 67.

Aus diesen Werten lassen sich zwei Faustregeln ableiten, die in der Beratung immer wieder bestätigt werden. Erstens verhält sich der Beitrag weitgehend proportional zur Summe: Die Verdopplung von 100.000 auf 200.000 Euro kostet im Beispiel rund das 1,8-Fache. Zweitens ist die Laufzeit ein eigener Kostentreiber: Die Verlängerung von Alter 55 auf Alter 67 verteuert den Beitrag im Beispiel um etwa 30 bis 35 Prozent, weil gerade die Jahre ab 55 das höchste Erkrankungsrisiko tragen.

Die Zahlen sind beispielhaft und gelten für gesunde Nichtraucher im genannten Alter. Ihr persönlicher Beitrag hängt von Beruf, Gesundheitsangaben, Laufzeit und gewähltem Tarif ab. Welche Faktoren im Einzelnen wirken, erklären unsere Ratgeber zu den Kostenfaktoren und zu den realistischen Beiträgen einer Schwere-Krankheiten-Versicherung.

Die praktische Konsequenz: Wer zwischen zwei Summen schwankt, sollte die Differenz im Beitrag gegen die Differenz im Leistungsfall halten. Zwischen 100.000 und 200.000 Euro liegen im Beispiel gut 33 Euro monatlich, im Ernstfall aber 100.000 Euro. Diese Relation verschiebt die Abwägung häufig zugunsten der höheren Summe, solange der Beitrag dauerhaft tragbar bleibt.

Drei Modellrechnungen: So wirkt die Summe im Ernstfall

Die folgenden Rechenbeispiele zeigen, wie unterschiedlich dieselbe Summe wirkt. Es handelt sich um Modellrechnungen zur Veranschaulichung, nicht um Leistungszusagen, tatsächliche Fälle oder statistische Durchschnittswerte. Ob und in welcher Höhe geleistet wird, richtet sich nach dem vereinbarten Tarif.

Modellrechnung 1: angestellt, mit Berufsunfähigkeitsschutz. Nettoeinkommen 2.500 Euro, Berufsunfähigkeitsrente 1.500 Euro, Fixkosten 1.800 Euro, Versicherungssumme 100.000 Euro. Die laufende Lücke beträgt 300 Euro monatlich, solange die Berufsunfähigkeitsrente fließt. Das Kapital muss also keine Jahre tragen, sondern die Zeit bis zur Anerkennung der Berufsunfähigkeit überbrücken sowie Mehrkosten, Zuzahlungen und eine mögliche Rehabilitation finanzieren. Eine Summe in dieser Größenordnung wirkt hier komfortabel.

Modellrechnung 2: Familie mit Immobilienfinanzierung, ohne Berufsunfähigkeitsschutz. Nettoeinkommen 3.500 Euro, Fixkosten inklusive Annuität 3.000 Euro, Versicherungssumme 200.000 Euro. Das Krankengeld ist auf 90 Prozent des Nettoentgelts gedeckelt, davon gehen noch Beiträge zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ab. Es verbleiben grob 2.700 bis 2.800 Euro. Die Fixkosten sind damit knapp gedeckt, für Zuzahlungen, Fahrten oder eine Haushaltshilfe bleibt nichts übrig. Kritisch wird es nach 78 Wochen: Sinkt das verfügbare Einkommen dann dauerhaft auf 1.500 Euro, fehlen monatlich 1.500 Euro. Die Versicherungssumme deckt diese Lücke rechnerisch rund elf Jahre. Genau deshalb ist die höhere Summe bei fehlender Absicherung der Arbeitskraft kein Luxus, sondern die eigentliche Existenzsicherung.

Modellrechnung 3: selbstständig, ohne Krankentagegeld. Hier laufen Betriebskosten weiter, während vom ersten Krankheitstag an kein Einkommen fließt. Neben den privaten Fixkosten sind Personal, Miete für Räume, Leasing und gegebenenfalls eine Vertretung zu finanzieren. Eine Summe, die nur den Privathaushalt abbildet, greift zu kurz. Sinnvoll ist, beide Blöcke getrennt zu rechnen, das Ergebnis zu addieren und zusätzlich zu prüfen, ob eine Absicherung der Arbeitskraft über eine Berufsunfähigkeitsversicherung die laufende Seite übernehmen kann.

Welche Erkrankungen dabei am häufigsten zur Leistung führen, zeigt die Praxis deutlich: Krebs ist der mit Abstand größte Auslöser, gefolgt von Herzinfarkt und Schlaganfall. Vertiefend dazu unsere Ratgeber zu Krebs in der Schwere-Krankheiten-Versicherung, zur Absicherung von Herzinfarkt und Schlaganfall sowie zu Multipler Sklerose und Parkinson, bei denen der Verlauf über viele Jahre läuft und die Summenplanung entsprechend langfristig ausfallen sollte.

Zu knapp oder zu teuer: die typischen Fehler

Ein verbreiteter Irrtum lautet, jede Absicherung sei besser als keine. Eine Summe von wenigen Tausend Euro hält zwar den Beitrag klein, deckt im Leistungsfall aber keine relevante Lücke. Das Ergebnis ist ein Vertrag, der beruhigt, ohne wirtschaftlich zu tragen. Als Untergrenze hat sich bewährt, mindestens zwölf Monate der ermittelten Lücke plus die absehbaren Einmalkosten abzubilden.

Der umgekehrte Fehler ist ebenso teuer. Eine überhöhte Summe treibt den Beitrag so weit, dass der Vertrag in einer angespannten Phase gekündigt wird, häufig im mittleren Lebensalter und damit genau dann, wenn das Erkrankungsrisiko steigt. Die Police muss auch in zwanzig Jahren noch in den Haushalt passen. Prüfen Sie deshalb, ob der Beitrag auch bei reduziertem Einkommen tragbar bliebe, und nutzen Sie gegebenenfalls die Option einer Beitragsfreistellung bei Berufsunfähigkeit, die mehrere Tarife anbieten.

Der dritte Fehler ist die Doppelabsicherung. Wer bereits eine hohe Berufsunfähigkeitsrente vereinbart hat, braucht kein zweites Vollsubstitut für das Einkommen, sondern einen Kapitalpuffer. Die richtige Summe ergibt sich aus der Subtraktion vorhandener Leistungen, nicht aus der Addition aller Wünsche.

Der vierte Fehler ist das Ignorieren der Inflation. Eine heute vereinbarte Summe verliert über zwanzig Jahre spürbar an Kaufkraft. Bei durchschnittlich zwei Prozent Preissteigerung entsprechen 100.000 Euro nach zwanzig Jahren real noch rund 67.000 Euro. Die aktuelle Preisentwicklung veröffentlicht das Statistische Bundesamt im Verbraucherpreisindex. Ein Inflationsausgleich über eine Dynamik ist deshalb kein Vertriebsinstrument, sondern eine Reparatur dieses Effekts.

Versorgungslücke schließen – ohne Überversicherung

Lassen Sie sich unverbindlich zeigen, wie hoch Ihre individuelle Dread-Disease-Absicherung sein sollte, um Lücken zu schließen und Kosten zu sparen.

Vertragsklauseln, die Ihre effektive Summe verändern

Die vereinbarte Summe steht nie allein im Vertrag. Fünf Regelungen entscheiden darüber, wie viel Geld am Ende tatsächlich zur Verfügung steht.

Nachversicherungsgarantie. Sie erlaubt es, die Summe ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Die NÜRNBERGER sieht Erhöhungen bei Ereignissen wie Heirat oder Geburt bis zum 46. Geburtstag vor, ereignisunabhängig einmalig in den ersten drei Versicherungsjahren sowie bis zum 35. Geburtstag. Canada Life ermöglicht eine planmäßige Erhöhung der versicherten Leistungen, im Gothaer Perikon lässt sich die Berufsunfähigkeitsrente im Rahmen der Nachversicherung um bis zu 6.000 Euro jährlich anheben, begrenzt auf insgesamt 36.000 Euro jährlich. Wer jung und mit begrenztem Budget einsteigt, sollte diese Klausel höher gewichten als einen kleinen Beitragsvorteil.

Dynamik und Inflationsschutz. Beitrag und Versicherungssumme steigen jährlich in vereinbarten Schritten, die NÜRNBERGER bietet dies als Inflationsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung an, Zurich als Beitragsdynamik. Wer die Erhöhung mehrfach ablehnt, verliert bei manchen Tarifen das Recht darauf.

Teilleistungen. Sie reduzieren die verfügbare Summe für spätere Fälle. Zurich zahlt bei niedrigerem Schweregrad eine Teilleistung von maximal 25.000 Euro je Versicherungsfall und leistet bei neun Erkrankungen bis zu 200 Prozent der Vollleistung, höchstens 40.000 Euro zusätzlich. Die NÜRNBERGER zahlt bei Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und Multipler Sklerose im Anfangsstadium 50 Prozent der Versicherungssumme. Canada Life begrenzt Leistungen aus dem Erweiterten Krankheitenkatalog auf 25.000 Euro. Diese Beträge werden in der Regel auf die Vollleistung angerechnet.

Mehrfachleistung. Ob nach einer Zahlung weiterer Schutz besteht, entscheidet über die effektive Gesamtdeckung. Canada Life teilt den Katalog mit der Multi-Pay-Option in sechs Krankheitsgruppen, die NÜRNBERGER bietet im Premium-Schutz ein zweites Kapital bei einer weiteren Erkrankung. Details erläutert unser Beitrag zur Mehrfachleistung und Second-Event-Lösung.

Fristen. Wartezeiten gelten nicht pauschal für den ganzen Vertrag, sondern für einzelne Positionen: Bei Canada Life etwa sechs Monate für fortgeschrittenen Krebs und drei Monate für die Bypass-Operation, im Gothaer Perikon drei Monate für bestimmte Operationen. Hinzu kommen Überlebens- und Karenzfristen von 14 oder 28 Tagen, bei einzelnen Diagnosen drei Monate. Sie verändern nicht die Höhe, wohl aber den Zeitpunkt der Auszahlung. Eine Übersicht gibt unser Ratgeber zu Karenzzeit, Wartezeit und Überlebensklausel.

Die Summe steht und fällt außerdem mit der Annahmeentscheidung. Beantworten Sie die Gesundheitsfragen vollständig, und klären Sie Vorerkrankungen vorab über eine anonyme Risikovoranfrage. Wo die Grenzen von Angeboten ohne Gesundheitsprüfung liegen, lesen Sie im verlinkten Beitrag.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Versicherungssumme von 100.000 Euro ausreichend?

Das hängt von Ihrer Lücke ab. Bei einem Einpersonenhaushalt mit Berufsunfähigkeitsschutz und überschaubaren Fixkosten ist diese Summe eine solide Ergänzung. Eine Familie mit Immobilienfinanzierung und ohne Absicherung der Arbeitskraft benötigt in der Regel mehr, weil das Kapital dann auch die Zeit nach dem Ende des Krankengeldes tragen muss. Rechnen Sie Fixkostenlücke mal Überbrückungszeitraum plus Einmalkosten.

Was kostet eine Absicherung über 200.000 Euro?

In einer veröffentlichten Beispielrechnung von Canada Life zahlt eine 35-jährige Person, Nichtraucher, für 200.000 Euro Versicherungssumme 75,00 Euro monatlich bei Absicherung bis Alter 55 und 100,61 Euro bis Alter 67 (Stand 11/2025). Ihr persönlicher Beitrag hängt von Alter, Beruf, Gesundheitsangaben, Laufzeit und Tarif ab und kann davon abweichen.

Kann ich die Versicherungssumme später erhöhen?

In vielen Tarifen ja. Nachversicherungsgarantien erlauben eine Erhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung, teils ereignisunabhängig in den ersten Versicherungsjahren, teils bei Ereignissen wie Heirat, Geburt oder Immobilienerwerb, jeweils bis zu einer Altersgrenze. Eine Dynamik hebt Summe und Beitrag zusätzlich jährlich an.

Gibt es eine Höchstsumme?

Ja, jeder Anbieter legt Grenzen fest. Der Zurich Eagle Star Krankheits-Schutzbrief nennt beispielsweise 2 Millionen Euro für die Leistung bei schwerer Erkrankung, bei Canada Life ist die Leistung bis zum 14. Geburtstag der versicherten Person auf 150.000 Euro begrenzt. Unabhängig davon prüft der Versicherer, ob die gewünschte Summe zu Einkommen und Gesundheitszustand passt.

Gibt es auch eine Mindestsumme?

Ja. Die NÜRNBERGER bietet den Krankheitsschutz ab 25.000 Euro an, beim Zurich Eagle Star Krankheits-Schutzbrief liegt die Untergrenze bei 5.000 Euro Versicherungssumme und einem Mindestbeitrag von 12 Euro monatlich. Sehr kleine Summen sind selten sinnvoll, weil sie keine relevante Lücke schließen.

Wie hoch sollte die Summe für Familien sein?

Orientieren Sie sich an der monatlichen Lücke des Hauptverdieners nach Krankengeld, multipliziert mit 24 bis 36 Monaten, zuzüglich Einmalkosten und einer eventuellen Sondertilgung. Prüfen Sie zusätzlich, wie Kinder im Tarif mitversichert sind. Bei der NÜRNBERGER sind Kinder bis zum 18. Geburtstag beitragsfrei mit 50 Prozent der Versicherungssumme eingeschlossen, bei Canada Life mit einer eigenen Höchstgrenze.

Beeinflusst die Höhe der Summe den Krankheitskatalog?

Nein. Welche Erkrankungen mit welchem Schweregrad versichert sind, steht unabhängig von der Summe in den Bedingungen. Eine höhere Summe erhöht die Auszahlung, nicht die Zahl möglicher Leistungsfälle. Achten Sie deshalb zuerst auf die Qualität der Definitionen, etwa bei selteneren versicherten Krankheiten.

Wie verhält sich die Summe zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente und ersetzt laufendes Einkommen, die Schwere-Krankheiten-Versicherung zahlt Kapital bei definierter Diagnose. Besteht bereits ein guter Berufsunfähigkeitsschutz, genügt häufig eine mittlere Summe als Puffer. Fehlt er, sollte die Summe deutlich höher ausfallen, weil sie dann auch laufende Kosten tragen muss.

Ist die Auszahlung steuerpflichtig?

Nach derzeitiger Rechtslage ist die Kapitalleistung aus einer reinen Risikoabsicherung gegen schwere Krankheiten im Regelfall nicht einkommensteuerpflichtig. Anders sieht es bei Erträgen aus der späteren Anlage des Geldes und bei betrieblichen Konstruktionen aus. Wir sind keine Steuerberater, klären Sie Ihren Fall daher mit Ihrer Steuerberatung. Einen Überblick gibt unser Beitrag dazu, ob sich die Versicherung steuerlich absetzen lässt.

Fazit: Die richtige Summe ist das Ergebnis einer Rechnung

Wie hoch Ihre Versicherungssumme ausfallen sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten, aber sehr wohl berechnen. Maßgeblich sind die monatliche Lücke nach Krankengeld und bestehenden Renten, die erwarteten Einmalkosten und der Zeitraum, den Sie überbrücken wollen. Für gut abgesicherte Alleinstehende ergibt diese Rechnung häufig eine mittlere Summe, für Familien mit Immobilie und ohne Absicherung der Arbeitskraft deutlich mehr.

Zwei Leitplanken helfen bei der Entscheidung: Eine Summe, die keine relevante Lücke schließt, enttäuscht im Leistungsfall. Ein Beitrag, der auf Dauer nicht tragbar ist, führt zur Kündigung und damit zum Verlust des Schutzes in der risikoreichsten Lebensphase. Dazwischen liegt ein breiter Korridor, den Nachversicherungsgarantie und Dynamik zusätzlich flexibel halten. Rechnen Sie Ihre Lücke durch, vergleichen Sie die verfügbaren Tarife und entscheiden Sie dann bewusst über die Höhe. Welche Stärken und Schwächen die Konstruktion insgesamt hat, fasst unser Beitrag zu den Vor- und Nachteilen zusammen.

Beitragsbeispiel für Ihre gewünschte Summe anfragen

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Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische oder versicherungsspezifische Beratung. Stand: 2026.