Ernährung nach Herzinfarkt: Verbotene Lebensmittel und herzgesunde Alternativen

Inhaltsverzeichnis

Der erste Wocheneinkauf nach der Reha fühlt sich für viele an wie ein Gang durch ein Minenfeld: Darf die Butter noch in den Wagen? Was ist mit Wurst, Käse, Kaffee, dem Feierabendbier? Die gute Nachricht vorweg: Herzgesunde Ernährung nach einem Herzinfarkt bedeutet nicht lebenslangen Verzicht, sondern vor allem klugen Austausch. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Lebensmittel Sie besser meiden, welche Alternativen Ihrem Herzen guttun, was die Forschung zur mediterranen Kost zeigt, welche Wechselwirkungen mit Herzmedikamenten Sie kennen sollten und wie ein herzgesunder Alltag konkret aussehen kann.

Warum die Ernährung nach dem Herzinfarkt so viel bewirkt

Hinter den allermeisten Herzinfarkten steckt eine Arteriosklerose, also Ablagerungen aus Fett, Bindegewebe, Kalk und Entzündungszellen in den Wänden der Herzkranzgefäße. Dieser Prozess endet nicht mit dem Infarkt. Ob er sich verlangsamt oder weiter fortschreitet, hängt stark von den beeinflussbaren Ursachen und Risikofaktoren eines Herzinfarkts ab: erhöhtes LDL-Cholesterin, Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes. An genau diesen Stellschrauben setzt die Ernährung an.

Die Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK und die Leitlinien der kardiologischen Fachgesellschaften sehen Lebensstiländerungen deshalb als festen Bestandteil der Sekundärprävention, also der Vorbeugung eines weiteren Ereignisses. Ernährung, Bewegung, Rauchstopp und Medikamente wirken dabei zusammen.

Wichtig: Eine Ernährungsumstellung ersetzt nicht die verordneten Medikamente, etwa Plättchenhemmer oder Cholesterinsenker. Beide ergänzen sich. Was es mit den Blutverdünnern auf sich hat, erklärt unser Beitrag zu Aspirin bei Herzinfarkt. Warum gerade das LDL-Cholesterin nach einem Infarkt so konsequent gesenkt wird, lesen Sie im Ratgeber zu Cholesterin und Herzinfarkt.

Der beste Startpunkt für die Umstellung ist die Anschlussrehabilitation. Dort gibt es in der Regel Ernährungsschulungen, Lehrküchen und die Möglichkeit, individuelle Fragen zu klären, etwa wenn zusätzlich ein Diabetes oder eine Nierenerkrankung besteht, die das Ernährungskonzept verändern.

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Verbotene Lebensmittel nach dem Herzinfarkt und was stattdessen auf den Teller kommt

Streng genommen gibt es kaum Lebensmittel, die nach einem Herzinfarkt absolut verboten wären. Entscheidend sind Menge, Häufigkeit und das Gesamtmuster. Einige Produkte belasten Herz und Gefäße aber so deutlich, dass Sie sie konsequent einschränken sollten.

Transfette: der Spezialfall

Industriell erzeugte Transfettsäuren entstehen vor allem bei der teilweisen Härtung pflanzlicher Öle. Sie erhöhen das LDL-Cholesterin und senken zugleich das schützende HDL-Cholesterin. Seit April 2021 begrenzt die EU-Verordnung 2019/649 den Gehalt industrieller Transfette in Lebensmitteln auf höchstens 2 Gramm pro 100 Gramm Fett. Die Belastung ist dadurch deutlich gesunken. Trotzdem lohnt sich der Blick auf die Zutatenliste: Der Hinweis „teilweise gehärtet“ deutet auf Transfette hin. Frittierte Snacks, Blätterteig und manche Fertigbackwaren sind zudem meist reich an gesättigten Fetten und Kalorien.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten kritischen Lebensmittel und geeignete Alternativen:

Kritische Lebensmittel nach einem Herzinfarkt und herzgesunde Alternativen
Besser meiden oder stark einschränken Warum kritisch? Herzgesunde Alternative
Frittierte Snacks, Blätterteig, Fertiggebäck viel gesättigtes Fett, teils Transfette, hohe Energiedichte ungesalzene Nüsse, Vollkorngebäck mit Raps- oder Olivenöl
Wurst, Salami, Speck, Schinken viel Salz und gesättigtes Fett; hoher Verzehr wird mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko in Verbindung gebracht Hülsenfrüchte-Aufstriche, Fisch, gelegentlich Geflügel ohne Haut
Rotes Fleisch in großen Mengen reich an gesättigten Fettsäuren kleinere Portionen, öfter Fisch oder pflanzliche Eiweißquellen
Butter, Sahne, fetter Käse gesättigte Fettsäuren erhöhen das LDL-Cholesterin Raps- und Olivenöl, fettarme Milchprodukte, kleine Käseportionen
Zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten fördern Übergewicht und ungünstige Blutzuckerverläufe Wasser, ungesüßter Tee, frisches Obst
Stark gesalzene Fertiggerichte, Fast Food, Chips hohe Salzmengen erhöhen den Blutdruck selbst gekochte Mahlzeiten, Kräuter und Gewürze statt Salz
Alkohol erhöht Blutdruck, liefert Kalorien, kann Herzrhythmusstörungen begünstigen alkoholfreie Alternativen, Wasser mit Zitrone oder Minze

Zur Einordnung der Fleischmenge: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt in ihren 2024 aktualisierten Empfehlungen für die Allgemeinbevölkerung, nicht mehr als 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche zu essen, und begründet das unter anderem mit dem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko bei hohem Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch.

Ein Stück Schokolade oder eine Bratwurst beim Grillfest gefährdet Ihr Herz nicht. Es geht um das Muster Ihrer Ernährung über Wochen und Monate. Diese Haltung erleichtert die dauerhafte Umstellung erheblich, denn zu strenge Verbote halten im Alltag selten.

Salz, Fett, Kaffee und Alkohol: die häufigsten Fragen

Wie viel Salz ist nach einem Herzinfarkt sinnvoll?

Zu viel Salz erhöht bei vielen Menschen den Blutdruck, und Bluthochdruck ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für einen erneuten Infarkt. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen weniger als 5 Gramm Salz pro Tag, die DGE nennt einen Orientierungswert von höchstens 6 Gramm. Viele Erwachsene in Deutschland liegen deutlich darüber.

Der Großteil des Salzes stammt nicht aus dem Salzstreuer, sondern versteckt aus Brot, Käse, Wurst, Fertiggerichten und Soßen. Wer Salz reduzieren will, beginnt deshalb beim Einkauf, nicht erst am Esstisch. Vergleichen Sie die Salzangabe pro 100 Gramm auf der Verpackung, würzen Sie mit Kräutern, Zitrone, Knoblauch, Zwiebeln und Pfeffer und salzen Sie erst nach dem Abschmecken. Der Geschmackssinn gewöhnt sich innerhalb einiger Wochen an weniger Salz.

Vorsicht bei Salzersatzprodukten: Viele enthalten Kaliumchlorid. Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder unter bestimmten Herz- und Blutdruckmedikamenten kann das den Kaliumspiegel gefährlich erhöhen. Sprechen Sie vor der Verwendung mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Welches Fett ist nach einem Herzinfarkt gut, welches schlecht?

Fett ist nicht gleich Fett. Gesättigte Fettsäuren aus Butter, Sahne, fettem Fleisch und Wurst erhöhen das LDL-Cholesterin. Ungesättigte Fettsäuren aus Raps- und Olivenöl, Nüssen, Samen und Avocados wirken sich dagegen günstig auf die Blutfettwerte aus, vor allem, wenn sie gesättigte Fette ersetzen.

Omega-3-Fettsäuren liefert vor allem fetter Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering. Die DGE empfiehlt ein- bis zweimal pro Woche Fisch. Pflanzliche Quellen sind Leinöl, Rapsöl, Walnüsse und Leinsamen. Die Devise lautet also nicht „fettfrei“, sondern: die richtigen Fette wählen und die Gesamtmenge im Blick behalten.

Dürfen Sie nach einem Herzinfarkt Kaffee trinken?

Nach heutigem Wissensstand müssen die meisten Herzpatienten nicht auf Kaffee verzichten. Ein moderater Konsum gilt für die meisten Menschen mit koronarer Herzkrankheit als unbedenklich. Sprechen Sie mit Ihrer Kardiologin oder Ihrem Kardiologen, wenn Sie bemerken, dass Kaffee bei Ihnen Herzklopfen oder Herzrasen auslöst, oder wenn Ihr Blutdruck schlecht eingestellt ist. Achten Sie außerdem auf Zucker, Sahne und Sirup: Ein großer Kaffee mit Sahnehaube ist eher eine Mahlzeit als ein Getränk.

Wie sieht es mit Alkohol aus?

Die frühere Annahme, ein Glas Rotwein täglich schütze das Herz, gilt heute als nicht haltbar. Die DGE rät in ihren aktuellen Empfehlungen generell von alkoholischen Getränken ab. Alkohol kann den Blutdruck erhöhen, Vorhofflimmern begünstigen und mit Medikamenten wechselwirken. Ob und in welchem Umfang Alkohol in Ihrer Situation vertretbar ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.

Mediterrane Ernährung: das am besten untersuchte Konzept

Wenn es um eine Kostform nach dem Infarkt geht, fällt fast immer derselbe Begriff: mediterrane Ernährung. Für Menschen mit bereits bestehender koronarer Herzkrankheit ist vor allem die spanische CORDIOPREV-Studie aufschlussreich. Darin wurden rund 1.000 Patientinnen und Patienten mit koronarer Herzkrankheit über etwa sieben Jahre begleitet. Wer sich mediterran mit viel nativem Olivenöl ernährte, hatte seltener schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse als die Vergleichsgruppe mit einer fettarmen Kost. Die Ergebnisse wurden 2022 im Fachjournal The Lancet veröffentlicht. Bereits ältere Studien wie die Lyon Diet Heart Study hatten bei Infarktpatienten auf einen schützenden Effekt mediterraner Kost hingewiesen.

Die mediterrane Ernährung ist kein starres Diätprogramm, sondern ein flexibles Ernährungsmuster mit wenigen klaren Prinzipien:

  • Viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte als Basis jeder Mahlzeit, mit reichlich Ballaststoffen und Pflanzenstoffen
  • Pflanzenöle als Hauptfett: Olivenöl, aber auch das in Deutschland günstige und gut erhältliche Rapsöl ersetzen Butter beim Kochen und im Salat
  • Regelmäßig Fisch, wenig rotes und verarbeitetes Fleisch
  • Eine kleine Handvoll ungesalzener Nüsse als Snack oder im Müsli
  • Kräuter und Gewürze statt Salz
  • Möglichst wenig stark verarbeitete Produkte: Je näher ein Lebensmittel an seinem Ursprung ist, desto besser

Essen zur Vorbeugung eines zweiten Infarkts heißt also vor allem Austausch: Linsen, Tomaten, Paprika, Brokkoli, Vollkornbrot, Lachs und Rapsöl statt Schnitzel, Pommes und Fertigpizza. Am besten gelingt die Umstellung schrittweise, etwa indem Sie zuerst das Frühstück verändern und danach Abendessen und Mittagstisch.

Von dieser Kost profitieren auch viele Begleiterkrankungen. Wer zusätzlich an Typ-2-Diabetes leidet, einem bedeutsamen Risikofaktor für Herzinfarkte, profitiert doppelt, weil ballaststoffreiche Kost zu gleichmäßigeren Blutzuckerwerten beitragen kann. Allgemeinverständliche Hinweise zu Ernährung, Bewegung und Gewicht bei koronarer Herzkrankheit bietet auch das IQWiG auf gesundheitsinformation.de.

Nach dem Infarkt neu gedacht: Ihre Absicherung

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Ernährung und Herzmedikamente: Wechselwirkungen, die Sie kennen sollten

Nach einem Infarkt nehmen die meisten Betroffenen mehrere Medikamente dauerhaft ein. Einige Lebensmittel können deren Wirkung beeinflussen. Ob Ihre Präparate betroffen sind, klären Sie am besten mit Arzt oder Apotheke.

  • Grapefruit und Grapefruitsaft: Inhaltsstoffe der Grapefruit können den Abbau bestimmter Medikamente hemmen, darunter einiger Cholesterinsenker (Statine) und bestimmter Blutdruckmittel. Die Wirkstoffspiegel können dadurch steigen. Bei vielen Präparaten ist das unproblematisch, bei einigen nicht.
  • Vitamin K und Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ: Wer zusätzlich einen Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon einnimmt, etwa wegen Vorhofflimmerns, muss grünes Gemüse nicht meiden. Wichtig ist aber eine möglichst gleichmäßige Aufnahme Vitamin-K-reicher Lebensmittel wie Spinat, Grünkohl oder Brokkoli, damit sich die Gerinnungswerte nicht stark verändern.
  • Kaliumreiche Salzersatzmittel: Wie oben beschrieben können sie unter bestimmten Herz- und Blutdruckmedikamenten den Kaliumspiegel erhöhen.
  • Alkohol: Er kann die Wirkung mancher Medikamente verstärken oder abschwächen und das Blutungsrisiko unter Blutverdünnern erhöhen.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Auch frei verkäufliche Präparate, etwa hochdosierte Fischölkapseln, Johanniskraut oder Ginkgo, können mit Herzmedikamenten wechselwirken. Nehmen Sie sie nur nach Rücksprache ein.

Ein Sonderfall ist die Herzschwäche: Bleibt nach dem Infarkt eine deutlich eingeschränkte Pumpfunktion zurück, gibt der Arzt manchmal eine Obergrenze für die tägliche Trinkmenge oder eine strengere Salzbegrenzung vor. Solche Vorgaben sind individuell und gehen allgemeinen Ernährungsempfehlungen vor. Mehr zur Bedeutung der Pumpfunktion lesen Sie im Ratgeber zur Lebenserwartung nach Herzinfarkt.

Herzgesund essen im Alltag: Frühstück, Obst und ein Beispieltag

Wie sieht ein gutes Frühstück nach einem Herzinfarkt aus?

Das Frühstück ist für viele die einfachste Mahlzeit, um mit der Umstellung zu beginnen. Gut geeignet sind zum Beispiel Haferflocken mit Naturjoghurt, frischen Beeren und gehackten Walnüssen oder Vollkornbrot mit Frischkäse, Tomaten, Gurke und Kräutern.

Weniger geeignet sind süße Aufstriche, Croissants und Buttergebäck, Salami oder Leberwurst sowie gezuckerte Frühstücksflocken. Manche Fertigmüslis enthalten erstaunlich viel Zucker, ein Blick auf die Nährwerttabelle lohnt sich.

Welches Obst ist nach einem Herzinfarkt empfehlenswert?

Obst dürfen Sie gerne regelmäßig essen. Es liefert Kalium, Ballaststoffe und Pflanzenstoffe. Gut geeignet sind Beeren, Äpfel, Birnen, Zitrusfrüchte und Steinobst, idealerweise saisonal und abwechslungsreich. Die DGE empfiehlt für die Allgemeinbevölkerung täglich mindestens fünf Portionen Gemüse und Obst, davon mehr Gemüse als Obst.

Zwei Einschränkungen: Obstsaft ersetzt kein ganzes Obst, denn ihm fehlen Ballaststoffe, während der Zucker konzentriert bleibt. Und Grapefruit kann, wie beschrieben, mit einigen Herzmedikamenten wechselwirken.

Ein herzgesunder Beispieltag

Beispieltag für eine herzgesunde Ernährung nach dem Herzinfarkt
Mahlzeit Beispiel Warum es passt
Frühstück Haferflocken mit Naturjoghurt, Heidelbeeren und Walnüssen Ballaststoffe, ungesättigte Fette, kein zugesetzter Zucker
Mittagessen Linsengemüse mit Vollkornreis und Salat mit Rapsöl-Dressing pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe, günstiges Fettsäuremuster
Zwischenmahlzeit ein Apfel oder eine kleine Handvoll ungesalzener Mandeln sättigt ohne Salz und Zucker
Abendessen Ofenlachs mit Gemüse und Kartoffeln, gewürzt mit Kräutern und Zitrone Omega-3-Fettsäuren, viel Gemüse, wenig Salz
Getränke Wasser, ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee kalorienfrei; Trinkmenge bei Herzschwäche nach ärztlicher Vorgabe

Planen Sie außerdem Ihre Einkäufe. Wer hungrig und ohne Liste einkauft, greift eher zu Fertigprodukten. Eine feste Einkaufsliste mit Gemüse, Hülsenfrüchten, Fisch, Vollkornprodukten, Nüssen und Pflanzenölen ist die halbe Miete.

Essen im Restaurant und unterwegs

Achten Sie auf die Zubereitung: Gedünstetes, Gegrilltes und Geschmortes ist günstiger als Frittiertes und Paniertes. Bestellen Sie Gemüse oder Salat statt Pommes und lassen Sie Soßen und Dressings separat servieren. Griechische, italienische oder asiatische Küche bieten oft gute Optionen mit Fisch, Gemüse und Hülsenfrüchten.

Gewicht reduzieren nach dem Herzinfarkt: ohne Crashdiät

Viele Betroffene fragen sich, ob sie nach dem Infarkt eine Diät brauchen. Crashdiäten sind meist kontraproduktiv: Sie kosten Muskelmasse, sind schwer durchzuhalten und enden häufig im Jo-Jo-Effekt. Sinnvoller ist eine moderate, dauerhafte Umstellung, kombiniert mit regelmäßiger Bewegung, wie sie in der Reha und in ambulanten Herzgruppen trainiert wird.

Bei Übergewicht gilt: Schon eine Gewichtsabnahme von etwa fünf bis zehn Prozent des Ausgangsgewichts kann Blutdruck, Blutfette und Blutzucker spürbar verbessern. Langsame Fortschritte sind dabei kein Misserfolg, sondern meist nachhaltiger. Auch die Psyche spielt mit: Stress und Ängste nach dem Infarkt führen bei manchen Menschen zu unregelmäßigem oder emotionalem Essen. Warum Belastung und Herz so eng zusammenhängen, beschreibt der Ratgeber zu Stress und psychischer Belastung; wenn Sorgen um das Herz Ihren Alltag bestimmen, hilft der Beitrag zur Angst nach dem Herzinfarkt.

Unterstützung bieten die kardiologische Reha, qualifizierte Ernährungsfachkräfte und von Krankenkassen bezuschusste Präventionskurse. Bei bestimmten Erkrankungen kann Ihr Arzt eine Ernährungsberatung empfehlen. Niemand muss die Umstellung allein bewältigen.

Nicht nur der Teller zählt: Absicherung mitdenken

Ernährung ist ein wichtiger Baustein der Vorsorge, aber nicht der einzige. Ein Infarkt kann auch finanzielle Folgen haben, etwa durch längere Arbeitsunfähigkeit, reduzierte Arbeitszeit oder eine Erwerbsminderung; wie der berufliche Wiedereinstieg gelingen kann, beschreibt der Ratgeber Arbeiten nach Herzinfarkt. Eine Schwere-Krankheiten-Versicherung kann als Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung eine Einkommenslücke abfedern: Sie zahlt bei einer vertraglich definierten Erkrankung eine vereinbarte Kapitalsumme, über die Sie frei verfügen. Wie das bei Herzinfarkt und Schlaganfall funktioniert, erklärt unser separater Ratgeber.

Nach einem bereits erlittenen Infarkt ist ein Neuabschluss deutlich schwieriger, häufig nur mit Zuschlägen, Ausschlüssen oder gar nicht möglich. Eine anonyme Risikovoranfrage bei Vorerkrankungen kann klären, welche Optionen realistisch sind, ohne dass eine formelle Ablehnung entsteht.

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Häufig gestellte Fragen

Darf ich nach einem Herzinfarkt Eier essen?

In üblichen Mengen ja. Das Cholesterin aus der Nahrung beeinflusst die Blutwerte bei den meisten Menschen weniger stark als gesättigte Fette. Entscheidend ist, womit Sie Eier kombinieren: Rührei mit Gemüse und Vollkornbrot ist günstiger als Spiegelei mit Speck. Wenn Ihr LDL-Cholesterin trotz Therapie erhöht bleibt, besprechen Sie die Menge mit Ihrem Arzt.

Ist dunkle Schokolade nach einem Herzinfarkt erlaubt?

In kleinen Mengen ja. Dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil enthält weniger Zucker als Vollmilchschokolade, ist aber dennoch kalorien- und fettreich. Ein bis zwei Stücke als Genuss passen in eine herzgesunde Ernährung. Vollmilchschokolade, Pralinen und Schokoriegel sollten Ausnahmen bleiben.

Wie schnell nach dem Infarkt sollte ich meine Ernährung umstellen?

Möglichst früh, idealerweise schon während der Anschlussrehabilitation, wo es meist eine Ernährungsschulung gibt. Überfordern Sie sich aber nicht: Schrittweise Veränderungen halten langfristig besser als ein radikaler Umbruch. Beginnen Sie zum Beispiel mit dem Frühstück und erweitern Sie die Umstellung nach und nach.

Sind Omega-3-Kapseln nach einem Herzinfarkt sinnvoll?

Frei verkäufliche Fischölkapseln werden nicht routinemäßig empfohlen. Der Nutzen von Omega-3-Fettsäuren ist vor allem für Fisch als Lebensmittel gut belegt. In bestimmten Situationen verordnen Ärzte gezielt hochdosierte Präparate; diese Entscheidung gehört in ärztliche Hand, da Präparate Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben können.

Darf ich nach einem Herzinfarkt Grapefruit essen?

Das hängt von Ihren Medikamenten ab. Grapefruit kann den Abbau einiger Cholesterinsenker und bestimmter Blutdruckmittel hemmen und dadurch deren Wirkspiegel erhöhen. Bei vielen anderen Präparaten spielt sie keine Rolle. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, ob Ihre Medikamente betroffen sind.

Spielt es eine Rolle, ob ich einen Stent oder eine Bypass-Operation hatte?

Die Ernährungsempfehlungen unterscheiden sich nicht grundlegend, ob Sie einen Stent nach dem Herzinfarkt erhalten haben oder eine Bypass-Operation hinter sich haben. In beiden Fällen geht es darum, die Arteriosklerose als Grunderkrankung zu bremsen. In der Phase der Wundheilung nach einer Operation achten Ärzte zudem auf eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß und Energie.

Kann eine herzgesunde Ernährung Medikamente ersetzen?

Nein. Die nach einem Herzinfarkt verordneten Medikamente sind ein zentraler Teil der Sekundärprävention. Die Ernährung ergänzt diese Therapie und kann zum Beispiel helfen, Blutdruck, Blutzucker und Gewicht zu verbessern. Setzen Sie Medikamente niemals eigenmächtig ab, sondern besprechen Sie Änderungen immer mit Ihrem Arzt.

Wie erkenne ich Transfette beim Einkaufen?

Achten Sie in der Zutatenliste auf Begriffe wie „teilweise gehärtet“ oder „gehärtetes Pflanzenfett“. Seit 2021 begrenzt eine EU-Verordnung industrielle Transfette auf höchstens 2 Gramm pro 100 Gramm Fett, sodass hohe Mengen selten geworden sind. Frittierte Snacks, Blätterteig und Fertiggebäck bleiben wegen ihres hohen Gehalts an gesättigten Fetten trotzdem Lebensmittel für Ausnahmen.

Fazit: Ernährung nach dem Herzinfarkt heißt Austausch statt Verzicht

Eine herzgesunde Ernährung ist eine der wirksamsten Maßnahmen, die Sie selbst gegen einen zweiten Infarkt ergreifen können. Wurst, fette Milchprodukte, stark gesalzene Fertigprodukte, zuckerhaltige Getränke und Alkohol sollten Sie einschränken. An ihre Stelle treten Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Fisch, Nüsse und Pflanzenöle, also das gut untersuchte Prinzip der mediterranen Küche. Salz sparen Sie am wirksamsten schon beim Einkauf, Kaffee ist in Maßen meist kein Problem, und mögliche Wechselwirkungen mit Ihren Medikamenten klären Sie mit Arzt oder Apotheke.

Beginnen Sie mit kleinen Schritten: zuerst das Frühstück umstellen, ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche einplanen, Butter durch Raps- oder Olivenöl ersetzen. Kombinieren Sie die Ernährung mit Bewegung und den verordneten Medikamenten. Und denken Sie parallel an die finanzielle Vorsorge: Solange Sie gesund sind, ist eine Absicherung deutlich einfacher zu bekommen. Einen Überblick über Ihre Möglichkeiten bietet unsere Tarifübersicht, den Unterschied zur BU erklärt der Vergleich BU vs. Schwere-Krankheiten-Versicherung.

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Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Ernährungstherapie oder Behandlung. Individuelle Vorgaben Ihres Arztes, etwa zu Trinkmenge, Salz oder Kalium bei Herzschwäche oder Nierenerkrankungen, haben stets Vorrang. Fragen zu Ihren Medikamenten und möglichen Wechselwirkungen besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Bei akuten Beschwerden wählen Sie den Notruf 112. Die Ausführungen zur Versicherung ersetzen keine individuelle Versicherungsberatung. Stand: 2026.