Ein Druck hinter dem Brustbein, der nicht weggehen will. Ein Ziehen im Kiefer ohne Zahnproblem. Eine Übelkeit, die zu keiner Mahlzeit passt. Ein Herzinfarkt meldet sich nicht immer so, wie man es aus Filmen kennt, und genau darin liegt seine Gefahr: Viele Betroffene ordnen ihre Beschwerden falsch ein und verlieren wertvolle Zeit, bevor sie den Notruf wählen. Dieser Überblick bündelt, woran Sie einen Herzinfarkt erkennen, welche Anzeichen leicht übersehen werden, welche Irrtümer gefährlich sind und wie Sie im Ernstfall die richtige Entscheidung treffen. Für einzelne Aspekte wie Schmerzorte, Begleitsymptome oder Erste Hilfe verweisen wir auf unsere vertiefenden Ratgeber.
Was bei einem Herzinfarkt im Körper passiert
Der medizinische Fachbegriff für den Herzinfarkt lautet Myokardinfarkt. In den meisten Fällen reißt in einem verengten Herzkranzgefäß eine Ablagerung (Plaque) auf. An dieser Stelle bildet sich ein Blutgerinnsel, das die Arterie teilweise oder vollständig verschließt. Der Herzmuskelbereich dahinter wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, und schon nach kurzer Zeit beginnen Herzmuskelzellen abzusterben. Ärztinnen und Ärzte fassen das in der Formel „Time is muscle“ zusammen: Je früher das Gefäß wieder eröffnet wird, desto mehr Herzmuskel bleibt erhalten.
Gefährlich ist ein Herzinfarkt aus zwei Gründen. Erstens kann der abgestorbene Muskel die Pumpleistung des Herzens dauerhaft schwächen. Zweitens kann ein Infarkt jederzeit in lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern übergehen. Deshalb ist auch ein Herzinfarkt, bei dem das Herz weiterschlägt und der Betroffene ansprechbar ist, immer ein Notfall. Welche Faktoren die Gefäßverengung über Jahre begünstigen, erklärt unser Ratgeber zu den Ursachen und Risikofaktoren eines Herzinfarkts.
Wie häufig das passiert, zeigt der Deutsche Herzbericht, den die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit den kardiologischen Fachgesellschaften herausgibt: Laut dem Update 2025 war der akute Herzinfarkt im Jahr 2023 Anlass für rund 186.000 vollstationäre Krankenhausaufnahmen, 43.839 Menschen starben daran. Die Zahl der Todesfälle ist über die vergangenen Jahre gesunken, auch weil die Notfallversorgung besser geworden ist. Diese Versorgung kann aber nur greifen, wenn der Notruf rechtzeitig abgesetzt wird.
Die Leitsymptome: Woran Sie einen Herzinfarkt erkennen
Die Deutsche Herzstiftung nennt als zentrales Alarmzeichen plötzlich einsetzende, starke Schmerzen im Brustkorb oder hinter dem Brustbein, die länger als fünf Minuten in Ruhe anhalten. Dieses Fünf-Minuten-Kriterium ist die wichtigste Faustregel für Laien. Typischerweise kommen weitere Zeichen hinzu:
- Druck, Enge oder Brennen in der Brust: Viele beschreiben das Gefühl, als läge ein schweres Gewicht auf dem Brustkorb oder als würde er zusammengeschnürt.
- Ausstrahlende Schmerzen: in einen oder beide Arme, in Schultern, Hals, Unterkiefer, Oberbauch oder zwischen die Schulterblätter. Wo genau es wehtun kann, zeigt unser Ratgeber Wo schmerzt es bei einem Herzinfarkt?
- Atemnot: das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen, auch ohne vorherige Anstrengung.
- Kalter Schweiß, Blässe, fahle Gesichtsfarbe: oft verbunden mit Schwäche oder Schwindel.
- Übelkeit und Erbrechen: häufiger, als viele denken, besonders bei Infarkten der Herzhinterwand.
- Angst und innere Unruhe: manche Betroffene schildern ein ausgeprägtes Vernichtungsgefühl.
Nicht alle Zeichen müssen gleichzeitig auftreten, und ihre Stärke sagt wenig über die Schwere des Infarkts aus. Ein eher dumpfer, mäßiger Druck kann ebenso einen Infarkt anzeigen wie ein heftiger Schmerz. Entscheidend ist das Gesamtbild: neu, ungewohnt, anhaltend und nicht durch Ruhe zu beruhigen.
Die 3-Fragen-Prüfung für den Alltag
Im Moment der Unsicherheit hilft eine einfache Prüfung. Wenn Sie eine der folgenden Fragen mit „Ja“ beantworten, wählen Sie die 112:
- Neu? Kenne ich diese Beschwerden so nicht, oder sind bekannte Herzbeschwerden plötzlich deutlich stärker, häufiger oder treten schon in Ruhe auf?
- Anhaltend? Dauern Schmerz, Druck oder Atemnot länger als fünf Minuten an, obwohl ich mich hingesetzt oder hingelegt habe?
- Begleitet? Kommen kalter Schweiß, Übelkeit, Atemnot, Schwäche oder Angst hinzu?
Diese Prüfung ersetzt keine Diagnose. Sie soll nur verhindern, dass Sie zu lange abwarten. Ob tatsächlich ein Herzinfarkt vorliegt, klären Rettungsdienst und Klinik.
Viele Betroffene fallen nach einem Herzinfarkt über Wochen oder Monate im Beruf aus. Lassen Sie sich kostenlos und anbieterneutral zu Ihrer Absicherung beraten.
Untypische Anzeichen: Wenn der Brustschmerz fehlt
Ein erheblicher Teil der Herzinfarkte verläuft ohne den klassischen, heftigen Brustschmerz. Stattdessen stehen Beschwerden im Vordergrund, die man zunächst nicht mit dem Herzen verbindet: Oberbauchschmerzen, die an eine Magenverstimmung erinnern, Übelkeit und Erbrechen, Atemnot als einziges deutliches Zeichen, Schmerzen im Rücken oder Kiefer oder eine plötzliche, unerklärliche Schwäche. Einen ausführlichen Überblick über solche Begleiterscheinungen bis hin zu Husten oder Schluckauf finden Sie im Ratgeber zu den untypischen Begleitsymptomen eines Herzinfarkts.
Besonders oft betroffen von solchen Verläufen sind:
- Frauen: Auch bei ihnen ist der Brustschmerz das häufigste Symptom. Sie berichten aber öfter zusätzlich oder vorrangig über unspezifische Zeichen wie Übelkeit, Atemnot, Oberbauch- oder Rückenschmerzen. Das trägt dazu bei, dass Herzinfarkte bei Frauen im Schnitt später erkannt werden. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag über Herzinfarkt-Symptome bei Frauen.
- Menschen mit Diabetes: Langjährig erhöhte Blutzuckerwerte können Nerven schädigen, die Schmerzsignale vom Herzen weiterleiten. Der typische Schmerz kann dadurch abgeschwächt sein oder ganz fehlen.
- Ältere Menschen: Bei ihnen äußert sich ein Infarkt häufiger durch Atemnot, Verwirrtheit, Schwäche oder einen Sturz als durch Brustschmerz.
Der stumme Herzinfarkt
Im Extremfall bemerken Betroffene den Infarkt gar nicht oder halten ihn für eine harmlose Unpässlichkeit. Ein solcher stummer Herzinfarkt fällt oft erst später auf, etwa durch typische Narbenzeichen im EKG oder bei einer Ultraschalluntersuchung des Herzens. Für Laien ist er per Definition kaum zu erkennen. Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte deshalb auch neue Belastungsatemnot oder einen spürbaren Leistungsknick ärztlich abklären lassen. Wie stumme Infarkte entdeckt werden und warum sie gefährlich sind, beschreibt unser Ratgeber zum stillen Herzinfarkt.
Vorboten: Wenn sich ein Infarkt ankündigt
Nicht jeder Herzinfarkt kommt aus heiterem Himmel. Bei einem Teil der Betroffenen treten Stunden bis Tage vorher Warnzeichen auf: kurze Brustenge bei Belastung, die in Ruhe wieder verschwindet, ungewohnte Erschöpfung oder Atemnot bei Tätigkeiten, die bisher mühelos gingen. Werden solche Beschwerden neu, häufiger oder treten sie schon bei geringer Belastung auf, kann das auf eine instabile Situation in den Herzkranzgefäßen hinweisen. Das ist kein Fall für den nächsten freien Termin, sondern für eine zeitnahe ärztliche Abklärung, bei Beschwerden in Ruhe für die 112. Mehr dazu im Ratgeber Vorboten eines Herzinfarkts.
Herzinfarkt oder etwas anderes? Wichtige Unterscheidungsmerkmale
Brustschmerzen haben viele mögliche Ursachen, von verspannten Muskeln über Sodbrennen bis zur Panikattacke. Die folgende Übersicht zeigt typische Unterschiede. Sie dient der Orientierung, nicht der Selbstdiagnose: Die Beschwerdebilder überschneiden sich, und nur ein EKG und eine Blutuntersuchung können einen Herzinfarkt sicher bestätigen oder ausschließen.
| Mögliche Ursache | Typisches Muster | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Herzinfarkt | Druck, Enge oder Brennen, länger als 5 Minuten, auch in Ruhe, oft mit Atemnot, Schweiß, Übelkeit oder Angst | Sofort Notruf 112 |
| Stabile Angina pectoris | Brustenge bei körperlicher oder seelischer Belastung, die in Ruhe innerhalb weniger Minuten abklingt | Ärztlich abklären lassen; bei neuen, stärkeren oder Ruhebeschwerden 112 |
| Sodbrennen (Reflux) | Brennen hinter dem Brustbein, oft nach dem Essen oder im Liegen, saures Aufstoßen | Bei erstmaligem Auftreten, Atemnot oder Unsicherheit wie ein Herzproblem behandeln |
| Muskel- oder Rippenschmerz | Schmerz an einer umschriebenen Stelle, durch Druck oder bestimmte Bewegungen auslösbar | Hausärztlich abklären; schließt einen Infarkt nicht sicher aus |
| Panikattacke | Herzrasen, Zittern, Kribbeln, Atemnot, häufig in typischen Auslösesituationen | Erstmalige oder ungewöhnliche Attacken immer medizinisch abklären |
Wichtig: Herzinfarkt und Panikattacke können sich zum Verwechseln ähnlich anfühlen, und auch Menschen mit einer Angststörung können einen Herzinfarkt erleiden. Woran Ärzte die beiden unterscheiden, erklärt der Beitrag Panikattacke oder Herzinfarkt?
Fünf gefährliche Irrtümer beim Erkennen eines Herzinfarkts
Viele Verzögerungen entstehen nicht aus Unwissen über die Symptome, sondern aus falschen Annahmen. Diese Irrtümer begegnen Notfallmedizinern immer wieder:
- „Ich bin zu jung für einen Herzinfarkt.“ Das Risiko steigt mit dem Alter, doch Infarkte kommen auch bei Menschen unter 40 vor, vor allem bei Rauchern, familiärer Vorbelastung oder stark erhöhten Cholesterinwerten.
- „Der Schmerz sitzt nicht links, also ist es nicht das Herz.“ Der Infarktschmerz liegt meist mittig hinter dem Brustbein und kann auch in den rechten Arm, den Rücken oder den Oberbauch ausstrahlen.
- „Puls und Blutdruck sind normal.“ Normale Werte am Blutdruckmessgerät schließen einen Herzinfarkt nicht aus. Auch eine unauffällige Smartwatch-Messung ist kein Entwarnungssignal, da solche Geräte keinen Herzinfarkt sicher erkennen können.
- „Ich warte bis morgen und gehe zum Hausarzt.“ Gerade nachts, am Wochenende oder an Feiertagen zögern viele. Die Notfallversorgung ist rund um die Uhr besetzt, und jede Stunde Verzögerung kostet Herzmuskel.
- „Ich will niemandem zur Last fallen.“ Ein Fehlalarm ist kein Problem. Rettungsdienste rechnen damit, dass sich ein Teil der Verdachtsfälle als harmlos herausstellt. Ein verspäteter Notruf lässt sich dagegen nicht korrigieren.
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Notruf 112, Bereitschaftsdienst oder Hausarzt?
Nicht jede Missempfindung in der Brust ist ein Fall für den Rettungswagen. Die folgende Einordnung hilft bei der Entscheidung. Im Zweifel gilt immer: lieber die 112.
| Situation | Richtige Anlaufstelle |
|---|---|
| Brustschmerz, Druck oder Atemnot länger als 5 Minuten in Ruhe, mit oder ohne Begleitsymptome | Notruf 112 |
| Bekannte Angina pectoris, die plötzlich stärker wird, häufiger auftritt oder in Ruhe anhält | Notruf 112 |
| Bewusstlosigkeit, keine normale Atmung | Notruf 112 und sofort Herzdruckmassage |
| Leichte, kurzzeitige Beschwerden ohne Begleitsymptome außerhalb der Praxiszeiten | Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117, bei Verschlechterung 112 |
| Wiederkehrende Brustenge bei Belastung, Leistungsknick, neue Belastungsatemnot | Zeitnah Hausarzt oder Kardiologe |
Fahren Sie bei Verdacht auf Herzinfarkt nicht selbst ins Krankenhaus und lassen Sie sich auch nicht von Angehörigen fahren. Im Rettungswagen kann sofort ein EKG geschrieben und bei Kammerflimmern defibrilliert werden. Zudem bringt der Rettungsdienst Sie gezielt in eine Klinik mit Herzkatheterlabor.
Richtig handeln: Die ersten Minuten im Überblick
Wenn Sie bei sich oder einem anderen Menschen einen Herzinfarkt vermuten, kommt es auf wenige, klare Schritte an:
- 112 wählen und „Verdacht auf Herzinfarkt“ sagen. Nennen Sie den genauen Ort, beschreiben Sie die Beschwerden und seit wann sie bestehen. Legen Sie erst auf, wenn die Leitstelle keine Fragen mehr hat.
- Betroffene Person nicht allein lassen. Mit erhöhtem Oberkörper bequem lagern, beengende Kleidung öffnen, beruhigend sprechen.
- Weg frei machen. Haustür öffnen, Licht einschalten, nach Möglichkeit eine weitere Person zum Einweisen des Rettungsdienstes schicken. Medikamentenplan und Arztbriefe bereitlegen.
- Keine Medikamente auf eigene Faust. Ob etwa ein gerinnungshemmendes Mittel sinnvoll ist, entscheiden Leitstelle oder Notarzt, denn in bestimmten Situationen kann es schaden.
- Bei Bewusstlosigkeit ohne normale Atmung: sofort mit der Herzdruckmassage beginnen, etwa 100 bis 120 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs, 5 bis 6 Zentimeter tief. Ist ein Defibrillator (AED) in der Nähe, lassen Sie ihn holen und folgen Sie den Sprachanweisungen.
Ausführliche Anleitungen bieten die Erste-Hilfe-Informationen der Deutschen Herzstiftung und unser Ratgeber Erste Hilfe bei Herzinfarkt: Sofortmaßnahmen, die Leben retten.
Wie Ärzte einen Herzinfarkt sicher feststellen
Ob die Beschwerden tatsächlich von einem Infarkt stammen, lässt sich nur medizinisch klären. Die Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) zum akuten Koronarsyndrom sieht dafür ein strukturiertes Vorgehen vor:
- 12-Kanal-EKG: Es soll innerhalb von zehn Minuten nach dem ersten medizinischen Kontakt geschrieben werden, häufig schon im Rettungswagen. Zeigt es bestimmte Hebungen der ST-Strecke (STEMI), wird der Patient direkt zum Herzkatheter gebracht.
- Troponin-Bluttest: Troponin ist ein Eiweiß aus Herzmuskelzellen. Steigt es im Blut an, spricht das für eine Schädigung des Herzmuskels. Hochsensitive Tests erlauben eine Einschätzung bereits nach wiederholten Messungen im Abstand von ein bis zwei Stunden.
- Herzkatheteruntersuchung: Sie zeigt das verschlossene Gefäß und erlaubt meist in derselben Sitzung, es mit einem Ballon und einem Stent wieder zu öffnen.
Ein unauffälliges erstes EKG schließt einen Herzinfarkt übrigens nicht aus. Deshalb werden Patienten mit verdächtigen Beschwerden in der Klinik meist über mehrere Stunden beobachtet, bis die Blutwerte Klarheit bringen. Einen gut verständlichen Überblick über Diagnose und Behandlung bietet auch das staatliche Gesundheitsportal gesund.bund.de.
Nach dem Infarkt: Wenn die Arbeitskraft fehlt
Viele Menschen überleben einen Herzinfarkt heute dank schneller Behandlung. Der Weg zurück in den Alltag führt dann über Klinikaufenthalt, Anschlussrehabilitation und oft eine längere Phase eingeschränkter Belastbarkeit. Für Arbeitnehmer bedeutet das: Nach sechs Wochen Entgeltfortzahlung zahlt die gesetzliche Krankenkasse Krankengeld. Es beträgt nach § 47 SGB V 70 Prozent des Bruttoentgelts, höchstens aber 90 Prozent des Nettoentgelts, und ist auf die Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt. Es entsteht also eine Einkommenslücke, die bei höheren Einkommen spürbar ausfallen kann. Selbstständige erhalten Krankengeld nur, wenn sie diesen Anspruch gesondert abgesichert haben.
Eine Schwere-Krankheiten-Versicherung, auch Dread-Disease-Versicherung genannt, kann hier ergänzend greifen: Je nach Tarif zahlt sie nach der Diagnose eines Herzinfarkts, der die in den Versicherungsbedingungen festgelegten Kriterien erfüllt, eine vereinbarte Einmalleistung, über die Sie frei verfügen. Wichtig sind dabei die genauen Definitionen, eine mögliche Karenzzeit, Wartezeit und Überlebensklausel sowie die Frage, welche Krankheiten in der Police versichert sind. Wie der Schutz speziell bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen funktioniert, lesen Sie im Beitrag Herzinfarkt und Schlaganfall absichern, wie die Leistung beantragt und geprüft wird, unter Auszahlung im Leistungsfall.
Eine solche Police ist eine Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung, kein Ersatz. Die BU leistet, wenn Sie Ihren Beruf voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben können; die Schwere-Krankheiten-Versicherung knüpft an die Diagnose an, unabhängig davon, ob Sie später wieder arbeiten. Die Unterschiede im Detail zeigt unser Vergleich BU vs. Schwere-Krankheiten-Versicherung, die finanzielle Dimension der Lücke der Ratgeber zur Versorgungslücke bei schwerer Krankheit.
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Häufig gestellte Fragen
Wie fühlt sich ein Herzinfarkt an?
Die meisten Betroffenen spüren einen starken Druck, ein Engegefühl oder Brennen hinter dem Brustbein, das länger als fünf Minuten anhält und in Ruhe nicht nachlässt. Der Schmerz kann in Arme, Hals, Kiefer, Rücken oder Oberbauch ausstrahlen. Häufig kommen Atemnot, kalter Schweiß, Übelkeit und Angst hinzu. Manche Menschen haben aber nur milde oder untypische Beschwerden wie Oberbauchschmerzen oder Atemnot.
Kann ich einen Herzinfarkt selbst erkennen?
Sie können die Warnzeichen erkennen, aber keine sichere Diagnose stellen. Das gelingt nur mit EKG und Bluttest. Deshalb gilt: Wer Brustschmerzen, Druck oder Atemnot hat, die länger als fünf Minuten in Ruhe anhalten, wählt die 112. Sie müssen sich nicht sicher sein, um den Rettungsdienst zu rufen.
Woran unterscheide ich Angina pectoris von einem Herzinfarkt?
Eine stabile Angina pectoris tritt typischerweise bei Belastung auf und klingt in Ruhe innerhalb weniger Minuten wieder ab. Beim Herzinfarkt halten die Beschwerden auch in Ruhe länger als fünf Minuten an. Wird eine bekannte Angina pectoris plötzlich stärker, tritt sie häufiger oder schon in Ruhe auf, ist das ebenfalls ein Notfall für die 112.
Darf ich bei Verdacht auf Herzinfarkt selbst ins Krankenhaus fahren?
Nein. Fahren Sie weder selbst noch lassen Sie sich von Angehörigen fahren. Ein Herzinfarkt kann jederzeit in lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen übergehen. Der Rettungsdienst kann sofort ein EKG schreiben, bei Bedarf defibrillieren und Sie direkt in eine Klinik mit Herzkatheterlabor bringen.
Schließen normale Puls- und Blutdruckwerte einen Herzinfarkt aus?
Nein. Puls und Blutdruck können während eines Herzinfarkts völlig normal sein. Auch eine unauffällige Messung mit einer Smartwatch ist keine Entwarnung, weil solche Geräte einen Herzinfarkt nicht zuverlässig erkennen. Maßgeblich sind die Beschwerden: Halten sie länger als fünf Minuten an, wählen Sie die 112.
Wann rufe ich die 112 und wann die 116117?
Bei Verdacht auf Herzinfarkt, also bei anhaltenden Brustschmerzen, Druck oder Atemnot, immer die 112. Die 116117 ist der ärztliche Bereitschaftsdienst für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden außerhalb der Praxiszeiten. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die 112.
Was ist der Fachbegriff für Herzinfarkt?
Der medizinische Fachbegriff lautet Myokardinfarkt. Myokard bezeichnet den Herzmuskel, Infarkt das Absterben von Gewebe infolge einer Durchblutungsstörung. In der Klinik wird häufig die Abkürzung MI verwendet. Je nach EKG-Befund unterscheiden Ärzte zwischen STEMI und NSTEMI.
Fazit: Lieber einmal zu früh die 112
Einen Herzinfarkt erkennen Sie vor allem an einem Muster: neue, starke Beschwerden in der Brust, die länger als fünf Minuten in Ruhe anhalten, oft begleitet von Atemnot, kaltem Schweiß, Übelkeit oder Angst. Gleichzeitig verläuft ein Teil der Infarkte untypisch, besonders bei Frauen, Menschen mit Diabetes und Älteren. Normale Messwerte, ein junges Alter oder ein Schmerz auf der rechten Seite sind keine Entwarnung. Die Diagnose stellen Rettungsdienst und Klinik mit EKG und Troponin-Test. Ihre Aufgabe ist nur eine: rechtzeitig die 112 wählen.
Wer einen Herzinfarkt übersteht, braucht anschließend vor allem Zeit für die Genesung. Damit finanzielle Sorgen diese Zeit nicht zusätzlich belasten, lohnt sich ein nüchterner Blick auf die eigene Absicherung. Ob eine Schwere-Krankheiten-Versicherung für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer Situation ab. Eine sachliche Abwägung bieten die Vor- und Nachteile einer Schwere-Krankheiten-Versicherung, einen Überblick über die Angebote unsere Tarifübersicht.
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Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt wählen Sie sofort den Notruf 112. Bei Fragen zu Ihrer persönlichen Gesundheit wenden Sie sich an Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder eine kardiologische Praxis. Versicherungsinhalte sind allgemeine Informationen; Leistungen richten sich nach den jeweiligen Tarifbedingungen. Stand: 2026.
