Brustkrebs Vorsorge: Richtiges Abtasten und Screening-Methoden

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Ein Spiegel, gutes Licht, Ihre Fingerkuppen und etwa zehn Minuten Zeit: Mehr braucht es nicht, um die eigene Brust kennenzulernen. Viele Frauen sind trotzdem unsicher. Wie fest soll ich drücken? Was ist normales Drüsengewebe, was ein Knoten? Und reicht das Abtasten überhaupt, oder brauche ich zusätzlich eine Mammographie oder einen Ultraschall?

Dieser Ratgeber beantwortet genau diese Fragen. Sie erhalten eine praxisnahe Anleitung zum Abtasten der Brust, erfahren, was Sie dabei normalerweise ertasten und wie Sie Veränderungen dokumentieren. Außerdem erklären wir ehrlich, was die Selbstuntersuchung leisten kann und was nicht, wie das Mammographie-Screening abläuft, welche Vor- und Nachteile es hat und welche zusätzlichen Untersuchungen für Frauen mit dichtem Brustgewebe oder erhöhtem familiärem Risiko infrage kommen.

Warum es sich lohnt, die eigene Brust zu kennen

Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut erkrankten im Datenjahr 2023 rund 75.090 Frauen und etwa 770 Männer neu daran. Etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Gleichzeitig ist die Erkrankung heute gut behandelbar: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate von Frauen mit Brustkrebs liegt laut Zentrum für Krebsregisterdaten bei 88 Prozent (berechnet für den Zeitraum 2021 bis 2023).

Je kleiner ein Tumor bei der Entdeckung ist, desto schonender kann die Behandlung meist ausfallen. Früherkennung hat deshalb zwei Säulen: die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen, allen voran das Mammographie-Screening, und Ihre eigene Aufmerksamkeit für Veränderungen. Wer weiß, wie sich die eigene Brust normalerweise anfühlt und aussieht, bemerkt Neues schneller und kann es gezielt ärztlich abklären lassen.

Was die Selbstuntersuchung leisten kann und was nicht

Hier ist Ehrlichkeit wichtig: Studien konnten nicht belegen, dass regelmäßiges Abtasten allein die Wahrscheinlichkeit senkt, an Brustkrebs zu versterben. Darauf weist auch der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums hin. Die Selbstuntersuchung ist deshalb keine Alternative zur Mammographie. Fachleute empfehlen sie dennoch, weil sie hilft, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen und Veränderungen zwischen zwei Untersuchungsterminen zu bemerken.

Sinnvoll ist eine entspannte Haltung: Es geht nicht darum, jeden Monat nach Krebs zu „suchen“, sondern darum, Ihr persönliches Normal zu kennen. Genau das macht es leichter, eine echte Veränderung von einer harmlosen Unebenheit zu unterscheiden.

Für wen ist das Abtasten besonders sinnvoll?

Grundsätzlich profitiert jede Frau davon, mit ihrer Brust vertraut zu sein, unabhängig vom Alter. Gesetzlich versicherte Frauen erhalten ab 30 Jahren im Rahmen der jährlichen frauenärztlichen Früherkennung auch eine Anleitung zur Selbstuntersuchung. Besonders aufmerksam sollten Sie sein, wenn eines der folgenden Merkmale auf Sie zutrifft:

  • Brust- oder Eierstockkrebs bei nahen Verwandten, besonders bei Erkrankung in jungem Alter
  • eine bekannte Veränderung in Risikogenen wie BRCA1 oder BRCA2
  • sehr dichtes Brustdrüsengewebe laut früherem Mammographie-Befund
  • eine frühere Brustkrebserkrankung oder bestimmte gutartige Brustveränderungen
  • eine längere Hormonersatztherapie in den Wechseljahren

Auch Männer haben Brustdrüsengewebe und können an Brustkrebs erkranken. Eine routinemäßige Selbstuntersuchung wird für Männer zwar nicht empfohlen, ein neuer Knoten hinter der Brustwarze sollte aber ärztlich abgeklärt werden. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Brustkrebs beim Mann.

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Brust abtasten: Die richtige Technik Schritt für Schritt

Die Selbstuntersuchung braucht anfangs etwas Übung. Nach zwei oder drei Monaten haben die meisten Frauen eine Routine entwickelt. Entscheidend sind drei Dinge: der richtige Zeitpunkt, eine systematische Methode und genug Zeit, damit kein Bereich ausgelassen wird.

Der beste Zeitpunkt

  • Vor den Wechseljahren: etwa eine Woche nach Beginn der Monatsblutung. Dann ist das Brustgewebe am weichsten und am wenigsten empfindlich.
  • Nach den Wechseljahren oder ohne regelmäßige Blutung: immer am selben Tag im Monat, zum Beispiel am Monatsersten.
  • Mit hormoneller Verhütung: ebenfalls ein fester Tag, idealerweise in der Einnahmepause oder kurz danach.

Schritt 1: Betrachten vor dem Spiegel

Stellen Sie sich mit freiem Oberkörper bei gutem Licht vor einen Spiegel. Betrachten Sie beide Brüste in drei Haltungen:

  • mit locker hängenden Armen,
  • mit über den Kopf gehobenen Armen,
  • mit fest in die Hüften gestemmten Händen, sodass sich die Brustmuskulatur anspannt.

Achten Sie auf neue Unterschiede in Größe, Form oder Kontur, auf Dellen, Einziehungen oder Vorwölbungen der Haut, auf Rötungen und auf die Stellung der Brustwarzen. Ein leichter Größenunterschied zwischen beiden Brüsten ist normal. Wichtig ist, ob sich etwas im Vergleich zu früher verändert hat.

Schritt 2: Abtasten im Liegen

Im Liegen verteilt sich das Brustgewebe gleichmäßiger über die Brustwand, deshalb lässt es sich hier am gründlichsten untersuchen. Legen Sie sich auf den Rücken und schieben Sie ein flaches Kissen oder ein gefaltetes Handtuch unter die Schulter der Seite, die Sie untersuchen. Den Arm dieser Seite legen Sie hinter den Kopf.

  • Finger: Tasten Sie mit den flachen Fingerballen von Zeige-, Mittel- und Ringfinger der anderen Hand, nicht mit den Fingerspitzen.
  • Bewegung: Machen Sie an jeder Stelle kleine, münzgroße Kreise, bevor Sie ein Stück weiterrutschen.
  • Druck: Tasten Sie jede Stelle mit drei Druckstärken: leicht für das Gewebe direkt unter der Haut, mittel für die mittlere Schicht und fest für das tiefe Gewebe nahe der Rippen.
  • Bereich: Untersuchen Sie das gesamte Gebiet von der Achselhöhle bis zur Mitte des Brustbeins und vom Schlüsselbein bis zur Unterbrustfalte.

Schritt 3: Abtasten im Stehen oder unter der Dusche

Wiederholen Sie das Abtasten im Stehen, gern unter der Dusche: Mit nasser, eingeseifter Haut gleiten die Finger leichter. Heben Sie dabei den Arm der untersuchten Seite. Diese Position eignet sich besonders für den oberen äußeren Bereich der Brust und den Übergang zur Achsel, wo das Drüsengewebe als sogenannter Achselausläufer bis in die Achselhöhle reicht. In diesem Bereich entsteht Brustkrebs am häufigsten.

Schritt 4: Achselhöhle, Schlüsselbein und Brustwarze

Tasten Sie mit leicht abgespreiztem Arm die Achselhöhle aus, anschließend die Grube oberhalb und unterhalb des Schlüsselbeins. Dort liegen Lymphknoten, die normalerweise nicht oder nur als kleine, weiche Erhebungen tastbar sind. Betrachten und betasten Sie zum Schluss Brustwarze und Warzenhof. Ein kräftiges Ausdrücken der Brustwarze ist nicht nötig. Entscheidend ist, ob Flüssigkeit von selbst austritt, etwa als Flecken im BH oder Schlafshirt.

Drei Tastmuster im Vergleich

Welches Muster Sie wählen, ist weniger wichtig als die Gründlichkeit. Bleiben Sie aber bei einem Muster, damit Sie jeden Monat gleich vorgehen.

Muster So funktioniert es Geeignet für
Streifenmuster In senkrechten Bahnen von der Achsel zum Brustbein, jeweils vom Schlüsselbein bis unter die Brust und zurück Frauen, die besonders systematisch vorgehen möchten; erfasst die Fläche lückenlos
Kreismuster In Spiralen vom äußeren Rand der Brust zur Brustwarze hin Einsteigerinnen, da intuitiv; Achsel und Schlüsselbeinregion gesondert tasten
Segmentmuster Die Brust wird wie ein Kuchen in Abschnitte geteilt, die nacheinander von außen zur Brustwarze getastet werden Größere Brüste; Bereiche zwischen den Segmenten bewusst mitnehmen

Häufige Fehler beim Abtasten

  • Zu schnell: Planen Sie pro Seite einige Minuten ein.
  • Nur leichter Druck: Tiefe Veränderungen nahe der Brustwand bleiben so unbemerkt.
  • Achsel vergessen: Der Achselausläufer gehört zum Brustdrüsengewebe.
  • Kneifen statt Tasten: Wer Gewebe zwischen Daumen und Fingern zusammendrückt, fühlt fast immer „Knoten“, die nur normales Drüsengewebe sind.
  • Wechselnder Zeitpunkt: Wer mal vor, mal nach der Periode tastet, vergleicht unterschiedliche Gewebezustände.

Was Sie beim Abtasten normalerweise fühlen

Viele Frauen erschrecken bei der ersten Selbstuntersuchung, weil die Brust sich keineswegs glatt anfühlt. Das ist normal: Die Brust besteht aus Drüsenlappen, Milchgängen, Binde- und Fettgewebe, und dieser Aufbau ist ertastbar.

Was Sie spüren Was meist dahintersteckt
Körnige, leicht knotige Struktur, oft beidseits ähnlich Normales Drüsengewebe, besonders im oberen äußeren Bereich ausgeprägt
Fester Wulst am unteren Rand der Brust Unterbrustfalte mit verdichtetem Bindegewebe
Harte, regelmäßige Querwülste in der Tiefe Rippen unter der Brustmuskulatur
Spannende, knotige Brust vor der Periode Hormonell bedingte Wassereinlagerung im Drüsengewebe, verschwindet nach der Blutung
Weicher, gut verschieblicher Knoten, der sich mit dem Zyklus verändert Häufig eine Zyste; trotzdem bei Neuauftreten abklären lassen

Abklärungsbedürftig ist vor allem, was neu ist, was sich nur auf einer Seite findet und was nach der nächsten Periode noch da ist. Welche Merkmale einen Knoten verdächtig machen und welche sichtbaren Warnzeichen es gibt, beschreibt unser Ratgeber Brustkrebs-Symptome erkennen ausführlich.

Veränderungen festhalten: das Brust-Protokoll

Ein kurzes Protokoll macht Veränderungen objektiver und hilft später im Arztgespräch. Notieren Sie nach jeder Untersuchung:

  • Datum und Zyklustag
  • Auffälligkeiten mit Seite und Lage, am einfachsten nach der Uhrzeigermethode (zum Beispiel „rechts, 10 Uhr, zwei Fingerbreit neben der Brustwarze“)
  • ungefähre Größe im Vergleich zu bekannten Dingen, etwa Erbse oder Kirschkern
  • ob die Stelle schmerzt und ob sie sich verschieben lässt
  • was sich seit dem letzten Monat verändert hat

Sind Sie unsicher, ob eine Stelle neu ist, kann ein Kontrolltermin nach der nächsten Periode sinnvoll sein. Bei deutlichen Veränderungen wie einer Hauteinziehung, einseitigem blutigem Ausfluss oder einem schnell wachsenden Knoten warten Sie dagegen nicht, sondern vereinbaren zeitnah einen Termin.

Besondere Situationen beim Abtasten

  • Schwangerschaft und Stillzeit: Die Brust ist vergrößert und fester, Milchstaus sind häufig. Tasten Sie am besten nach dem Stillen oder Abpumpen. Ein Knoten, der danach bestehen bleibt, gehört in ärztliche Hände.
  • Brustimplantate: Der Rand des Implantats ist tastbar und normal. Lassen Sie sich in Ihrer frauenärztlichen Praxis zeigen, wie sich Ihr Gewebe über dem Implantat anfühlt.
  • Nach Brustoperationen oder Bestrahlung: Narben und Gewebeverhärtungen sind häufig. Ihr Behandlungsteam kann Ihnen erklären, welche Befunde zu Ihrem Zustand gehören.
  • Sehr große Brüste: Tasten Sie im Liegen und nehmen Sie sich mehr Zeit. Das Segment- oder Streifenmuster hilft, nichts auszulassen.
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Gesetzliche Früherkennung: Was Ihnen zusteht

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen für Frauen zwei Früherkennungsuntersuchungen der Brust. Grundlage ist die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Alter Leistung Intervall
Ab 30 Jahren Abtasten von Brust und Achselhöhlen in der frauenärztlichen Praxis, Anleitung zur Selbstuntersuchung Jährlich
50 bis 75 Jahre Mammographie im Mammographie-Screening-Programm Alle zwei Jahre
Bei hohem familiärem Risiko Intensivierte Früherkennung an spezialisierten Zentren (siehe unten) Nach individuellem Programm

Auch die ärztliche Tastuntersuchung hat ihre Grenzen: Sie ist schmerzlos und einfach, führt aber laut Krebsinformationsdienst häufig zu Verdachtsbefunden, die sich später als harmlos erweisen, und ein Nutzen für die Sterblichkeit ist nicht belegt. Sie bietet jedoch eine gute Gelegenheit, Fragen zur eigenen Brust zu stellen und die Abtasttechnik unter Anleitung zu üben.

Das Mammographie-Screening-Programm

Das Mammographie-Screening-Programm ist ein bundesweites, qualitätsgesichertes Programm zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen ohne Beschwerden. Seit dem 1. Juli 2024 haben nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses Frauen von 50 bis 75 Jahren alle zwei Jahre Anspruch darauf. Zuvor endete der Anspruch mit 69 Jahren. Die Teilnahme ist freiwillig und für gesetzlich Versicherte kostenfrei.

So läuft das Screening ab

  1. Einladung: Sie erhalten automatisch per Post eine Einladung mit Terminvorschlag in einer wohnortnahen Screening-Einheit, teils auch in einem mobilen „Mammobil“. Der Termin lässt sich verschieben. Frauen von 70 bis 75 Jahren werden noch nicht in allen Bundesländern automatisch eingeladen. Wer im berechtigten Alter keine Einladung erhalten hat, kann sich bei der zuständigen Zentralen Stelle selbst anmelden.
  2. Aufnahmen: Eine radiologische Fachkraft fertigt von jeder Brust in der Regel zwei Röntgenaufnahmen aus unterschiedlichen Richtungen an. Dafür wird die Brust kurz zwischen zwei Platten zusammengedrückt. Das kann unangenehm sein, dauert aber nur Sekunden und verbessert die Bildqualität bei geringerer Strahlendosis.
  3. Doppelte Befundung: Zwei Ärztinnen oder Ärzte beurteilen die Aufnahmen unabhängig voneinander.
  4. Ergebnis: Den Befund erhalten Sie laut Krebsinformationsdienst nach etwa sieben Tagen per Post.
  5. Abklärung bei Auffälligkeiten: Ist ein Befund unklar, werden Sie zu weiteren Untersuchungen eingeladen, etwa zu zusätzlichen Aufnahmen, einem Ultraschall oder einer Gewebeprobe. Die meisten dieser Auffälligkeiten erweisen sich als gutartig.

Tipp für den Termin: Verzichten Sie am Untersuchungstag auf Deo, Puder und Körperlotion im Brust- und Achselbereich, da diese auf den Aufnahmen Artefakte verursachen können. Bringen Sie, falls vorhanden, frühere Mammographie-Befunde mit.

Nutzen und Nachteile ehrlich abwägen

Das Screening kann die Sterblichkeit an Brustkrebs senken, hat aber auch Nachteile. Der Krebsinformationsdienst fasst die Studienlage so zusammen: Nehmen 1.000 Frauen 25 Jahre lang regelmäßig am Screening teil, werden dadurch mindestens 3 bis 8 Todesfälle durch Brustkrebs verhindert. Gleichzeitig erhalten etwa 11 bis 15 dieser Frauen eine Diagnose und Behandlung für einen Tumor, der ihnen zu Lebzeiten nie Probleme bereitet hätte (Überdiagnose). Pro Screening-Runde werden zudem etwa 24 von 1.000 Frauen wegen eines auffälligen Befunds zur Abklärung eingeladen, der sich dann als harmlos herausstellt. Höchstens eine von 1.000 Frauen erkrankt durch die Strahlung an Brustkrebs.

Wichtig ist außerdem: Kein Screening findet jeden Tumor. Zwischen zwei Untersuchungen kann ein Brustkrebs neu entstehen oder auf dem Bild nicht sichtbar gewesen sein. Deshalb gilt auch bei einem unauffälligen Screening-Ergebnis: Eine neue Veränderung der Brust wird ärztlich abgeklärt, ohne bis zum nächsten Termin zu warten.

Und wer jünger als 50 oder älter als 75 ist?

Frauen unter 50 und über 75 Jahren werden nicht zum Screening eingeladen. Bei Beschwerden oder einem auffälligen Tastbefund wird eine Mammographie oder ein Ultraschall in jedem Alter als diagnostische Untersuchung von der Krankenkasse bezahlt. Wie sich Brustkrebs in höherem Alter zeigt und behandelt wird, erläutert unser Ratgeber Brustkrebs im Alter.

Weitere Untersuchungsmethoden: Ultraschall, Tomosynthese, MRT

Neben der Mammographie werden häufig weitere bildgebende Verfahren angeboten. Ihr Stellenwert hängt stark davon ab, ob sie zur Abklärung eines konkreten Befunds, zur Früherkennung bei erhöhtem Risiko oder als Zusatzleistung ohne Anlass eingesetzt werden.

Methode Prinzip Typischer Einsatz Kosten
Mammographie Röntgenaufnahmen der Brust Screening von 50 bis 75, Abklärung von Befunden in jedem Alter Kassenleistung im Screening und bei Verdacht
Ultraschall (Mammasonographie) Schallwellen, keine Strahlung Abklärung von Tastbefunden, Unterscheidung Zyste oder fester Knoten, Ergänzung bei dichtem Gewebe Bei medizinischem Anlass Kassenleistung, ohne Anlass meist Selbstzahlerleistung (IGeL)
Tomosynthese Schichtweise Röntgenaufnahmen, „3D-Mammographie“ Abklärung, in Studien als Screening-Methode untersucht Als Früherkennung ohne Anlass meist Selbstzahlerleistung
MRT der Brust Magnetfeld und Kontrastmittel, keine Strahlung Intensivierte Früherkennung bei hohem Risiko, gezielte Fragestellungen vor Operationen Bei Indikation Kassenleistung

Lohnt sich ein Ultraschall als Selbstzahlerleistung?

Viele frauenärztliche Praxen bieten einen Brust-Ultraschall zur Früherkennung als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an. Laut Krebsinformationsdienst ist nicht belegt, dass eine regelmäßige Ultraschalluntersuchung ohne Anlass die Sterblichkeit an Brustkrebs senkt. Möglich sind zudem zusätzliche Verdachtsbefunde, die weitere Untersuchungen nach sich ziehen. Ob ein Ultraschall in Ihrer Situation sinnvoll ist, etwa bei sehr dichtem Brustgewebe, sollten Sie individuell mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Bei einem tastbaren Knoten oder einem anderen Symptom ist er dagegen eine reguläre Untersuchung, die die Kasse übernimmt.

Dichtes Brustgewebe: Was bedeutet das?

Von dichtem Brustgewebe spricht man, wenn die Brust im Verhältnis zum Fettgewebe viel Drüsen- und Bindegewebe enthält. Das ist bei jüngeren Frauen häufig und nimmt mit dem Alter meist ab. Auf der Mammographie erscheinen dichtes Gewebe und Tumoren beide hell, sodass Veränderungen leichter übersehen werden können. Sehr dichtes Brustgewebe gilt zudem als eigenständiger Risikofaktor für Brustkrebs. Wenn Ihr Befund dichtes Gewebe beschreibt, fragen Sie in Ihrer frauenärztlichen Praxis, ob ergänzende Untersuchungen für Sie infrage kommen.

Früherkennung bei erhöhtem familiärem Risiko

Für Frauen mit einer nachgewiesenen Veränderung in Hochrisikogenen wie BRCA1 oder BRCA2 oder mit einem deutlich erhöhten familiären Risiko reicht das reguläre Screening nicht aus. Für sie gibt es ein intensiviertes Früherkennungsprogramm an den spezialisierten Zentren des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs. Es beginnt deutlich früher als das allgemeine Screening und kombiniert nach Angaben des Konsortiums:

  • regelmäßige Ultraschalluntersuchungen der Brust,
  • einmal jährlich eine Kernspintomographie (MRT) als empfindlichste Methode,
  • ab dem 40. Lebensjahr zusätzlich alle ein bis zwei Jahre eine Mammographie.

Ob Sie zu dieser Gruppe gehören, klärt eine genetische Beratung an einem der Zentren. Anlass dafür kann zum Beispiel sein, wenn mehrere nahe Verwandte an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt sind, eine Verwandte sehr jung erkrankt ist oder ein Mann in der Familie Brustkrebs hatte. Hintergründe zu Genen, Vererbung und Gentest erläutert unser Ratgeber Ist Brustkrebs vererbbar?.

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Ihr Vorsorgeplan nach Lebensphase

Lebensphase Was Sie selbst tun können Ärztliche Früherkennung
Unter 30 Jahren Brust kennenlernen, auf neue Veränderungen achten, Familiengeschichte erfragen Bei Veränderungen frauenärztliche Abklärung; bei auffälliger Familiengeschichte genetische Beratung
30 bis 49 Jahre Regelmäßig abtasten und betrachten, Veränderungen notieren Jährliche Tastuntersuchung; bei hohem Risiko intensiviertes Programm
50 bis 75 Jahre Weiter auf Veränderungen achten, auch zwischen den Screening-Terminen Jährliche Tastuntersuchung und alle zwei Jahre Mammographie-Screening
Über 75 Jahre Aufmerksam bleiben, neue Veränderungen nicht dem Alter zuschreiben Jährliche Tastuntersuchung; weitere Untersuchungen individuell besprechen
Vorsorge ganzheitlich denken

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Was Sie zusätzlich für Ihre Brustgesundheit tun können

Einige Risikofaktoren wie Alter, Veranlagung oder der Zeitpunkt der ersten Regelblutung lassen sich nicht beeinflussen. Andere schon. Das Zentrum für Krebsregisterdaten nennt unter anderem Übergewicht und Bewegungsmangel nach den Wechseljahren sowie Alkohol als Risikofaktoren.

  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt sich günstig aus. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche.
  • Körpergewicht: Nach den Wechseljahren bildet Fettgewebe Östrogen. Ein gesundes Körpergewicht ist deshalb gerade in dieser Lebensphase wichtig.
  • Alkohol: Schon kleine Mengen erhöhen das Brustkrebsrisiko. Weniger ist hier immer besser.
  • Stillen: Stillen kann das Brustkrebsrisiko etwas senken.
  • Hormonersatztherapie: Eine längere kombinierte Hormontherapie in den Wechseljahren erhöht das Risiko. Besprechen Sie Nutzen und Risiken individuell mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko, kann Brustkrebs aber nicht sicher verhindern. Er ersetzt deshalb weder das Abtasten noch die Früherkennungsuntersuchungen.

Sie haben etwas ertastet: So geht es weiter

Ein Knoten oder eine unklare Stelle löst verständlicherweise Angst aus. Atmen Sie durch: Die meisten tastbaren Veränderungen der Brust sind gutartig. Wichtig ist, dass Sie die Stelle zeitnah abklären lassen, statt abzuwarten oder sich stundenlang durch Suchergebnisse zu lesen.

  1. Termin vereinbaren: Wenden Sie sich an Ihre frauenärztliche Praxis und erwähnen Sie bei der Anmeldung, dass Sie eine neue Veränderung bemerkt haben. Männer wenden sich zunächst an die hausärztliche Praxis.
  2. Untersuchung: Nach Gespräch und Tastbefund folgt in der Regel ein Ultraschall, abhängig von Alter und Befund auch eine Mammographie.
  3. Gewebeprobe bei Verdacht: Bleibt ein Verdacht bestehen, wird unter örtlicher Betäubung eine Stanzbiopsie entnommen. Erst die feingewebliche Untersuchung bringt Gewissheit.
  4. Befundbesprechung: Bestätigt sich ein Brustkrebs, plant ein Team in einem zertifizierten Brustzentrum die Behandlung. Was die Angaben im Befund bedeuten, erklärt unser Ratgeber Diagnose Brustkrebs verstehen.

Grundlage für Früherkennung und Abklärung ist die S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms im AWMF-Leitlinienregister.

Mit der Angst umgehen

Die Wartezeit auf einen Termin oder ein Ergebnis ist für viele Frauen das Schwerste. Diese Strategien können helfen:

  • Sprechen Sie mit einer vertrauten Person und nehmen Sie sie gern zum Termin mit.
  • Schreiben Sie Ihre Fragen und Beobachtungen vorab auf, etwa mit Ihrem Brust-Protokoll.
  • Nutzen Sie verlässliche Informationsquellen statt Foren. Der Krebsinformationsdienst beantwortet Fragen kostenfrei unter 0800 420 30 40, täglich von 8 bis 20 Uhr.
  • Planen Sie bewusst Ablenkung und Bewegung ein, zum Beispiel einen Spaziergang.

Manche Frauen vermeiden das Abtasten ganz, weil sie Angst vor einem Fund haben. Wenn es Ihnen so geht, ist auch das in Ordnung: Dann sind die regelmäßigen ärztlichen Früherkennungstermine umso wichtiger. Sprechen Sie Ihre Sorgen dort offen an.

Wie gut Brustkrebs sich behandeln lässt, wenn er früh entdeckt wird, und welche Faktoren die Prognose beeinflussen, lesen Sie im Ratgeber zu den Heilungschancen bei Brustkrebs.

Auch an die finanzielle Seite denken

Eine Brustkrebsbehandlung kann sich über viele Monate erstrecken. Die medizinischen Kosten trägt weitgehend die Krankenversicherung, das Krankengeld ersetzt das Einkommen aber nur teilweise, und es können zusätzliche Ausgaben entstehen. Eine Schwere-Krankheiten-Versicherung kann je nach Tarif bei Diagnose einer versicherten Erkrankung eine vereinbarte Summe zahlen und so eine Einkommenslücke abfedern. Sie ergänzt eine Berufsunfähigkeitsversicherung, ersetzt sie aber nicht. Worin sich beide unterscheiden, zeigt unser Vergleich BU oder Schwere-Krankheiten-Versicherung. Gut zu wissen: Versicherer stellen im Antrag Gesundheitsfragen, deshalb lässt sich eine solche Absicherung meist am einfachsten abschließen, solange keine unklaren Befunde vorliegen.

Häufig gestellte Fragen zum Abtasten und zur Brustkrebs-Früherkennung

Wann und wie oft sollte ich meine Brust abtasten?

Fachleute empfehlen, die Brust einmal im Monat zu betrachten und abzutasten. Vor den Wechseljahren ist der beste Zeitpunkt etwa eine Woche nach Beginn der Monatsblutung, weil das Gewebe dann am weichsten ist. Nach den Wechseljahren oder ohne regelmäßige Blutung wählen Sie einen festen Tag im Monat, zum Beispiel den Monatsersten. Wichtig ist vor allem die Regelmäßigkeit, damit Sie Veränderungen im Vergleich zum Vormonat erkennen.

Wie taste ich meine Brust richtig ab?

Betrachten Sie die Brust zuerst vor dem Spiegel mit hängenden, erhobenen und in die Hüften gestemmten Armen. Tasten Sie dann im Liegen mit den flachen Fingerballen von Zeige-, Mittel- und Ringfinger in kleinen Kreisen, jeweils mit leichtem, mittlerem und festem Druck. Gehen Sie systematisch vor, zum Beispiel in senkrechten Streifen, und erfassen Sie den gesamten Bereich von der Achselhöhle bis zum Brustbein und vom Schlüsselbein bis zur Unterbrustfalte. Tasten Sie zum Schluss Achselhöhle und Schlüsselbeinregion ab und achten Sie auf Veränderungen der Brustwarze.

Was ist normal, wenn ich meine Brust abtaste?

Eine gesunde Brust fühlt sich selten glatt an. Normal sind eine körnige, leicht knotige Struktur des Drüsengewebes, ein fester Wulst an der Unterbrustfalte und die Rippen in der Tiefe. Vor der Periode kann die Brust spannen und knotiger wirken. Ärztlich abklären lassen sollten Sie Veränderungen, die neu sind, nur eine Seite betreffen und auch nach der nächsten Periode noch bestehen.

Senkt die Selbstuntersuchung das Risiko, an Brustkrebs zu sterben?

Das ist laut Krebsinformationsdienst nicht belegt. Die Selbstuntersuchung allein ist deshalb keine ausreichende Früherkennungsmethode und ersetzt nicht das Mammographie-Screening. Fachleute empfehlen sie trotzdem, weil Frauen, die ihre Brust kennen, Veränderungen zwischen zwei Untersuchungsterminen bewusster wahrnehmen und schneller ärztlich abklären lassen können.

Wer hat Anspruch auf das Mammographie-Screening?

Gesetzlich versicherte Frauen zwischen 50 und 75 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine kostenfreie Mammographie im Mammographie-Screening-Programm. Die obere Altersgrenze wurde zum 1. Juli 2024 von 69 auf 75 Jahre angehoben. Die Einladung kommt per Post. Wer im berechtigten Alter keine Einladung erhalten hat, kann sich bei der zuständigen Zentralen Stelle selbst anmelden. Zusätzlich haben Frauen ab 30 Jahren Anspruch auf eine jährliche ärztliche Tastuntersuchung der Brust.

Ist ein Brust-Ultraschall beim Frauenarzt sinnvoll, und wer bezahlt ihn?

Bei einem konkreten Anlass, etwa einem tastbaren Knoten oder einem unklaren Mammographie-Befund, ist der Ultraschall eine wichtige Untersuchung und wird von der Krankenkasse bezahlt. Ohne Anlass wird er meist als Selbstzahlerleistung angeboten. Laut Krebsinformationsdienst ist nicht belegt, dass ein regelmäßiger Ultraschall ohne Anlass die Brustkrebssterblichkeit senkt. Ob er in Ihrem Fall sinnvoll ist, zum Beispiel bei sehr dichtem Brustgewebe, besprechen Sie am besten individuell mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was bedeutet dichtes Brustgewebe für die Früherkennung?

Dichtes Brustgewebe enthält viel Drüsen- und Bindegewebe und wenig Fett. Auf der Mammographie erscheinen dichtes Gewebe und Tumoren beide hell, sodass Veränderungen leichter übersehen werden können. Sehr dichtes Brustgewebe gilt außerdem als Risikofaktor für Brustkrebs. Steht in Ihrem Befund, dass Ihr Gewebe sehr dicht ist, fragen Sie Ihre frauenärztliche Praxis, ob ergänzende Untersuchungen für Sie infrage kommen.

Was soll ich tun, wenn ich einen Knoten ertastet habe?

Bleiben Sie ruhig, denn die meisten tastbaren Knoten sind gutartig. Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin in Ihrer frauenärztlichen Praxis und notieren Sie vorab, wo der Knoten liegt, wie groß er ist und seit wann Sie ihn bemerken. In der Praxis folgen ein Tastbefund und meist ein Ultraschall, je nach Alter und Befund auch eine Mammographie. Bleibt ein Verdacht, bringt eine Gewebeprobe Gewissheit. Warten Sie nicht auf den nächsten Screening-Termin, wenn Sie eine neue Veränderung bemerkt haben.

Fazit: Das eigene Normal kennen und die Früherkennung nutzen

Das Abtasten der Brust ist kein Ersatz für die Mammographie, aber ein wertvoller Baustein der Vorsorge. Wer einmal im Monat systematisch betrachtet und tastet, lernt das eigene Normal kennen und bemerkt neue, einseitige oder anhaltende Veränderungen schneller. Ergänzt wird das durch die jährliche Tastuntersuchung ab 30, das Mammographie-Screening von 50 bis 75 und bei hohem familiärem Risiko durch das intensivierte Früherkennungsprogramm. Entscheidend ist, auffällige Befunde zeitnah abklären zu lassen, ohne sich von Angst lähmen zu lassen, denn die meisten Veränderungen sind harmlos.

Zur umfassenden Vorsorge gehört auch, die eigene finanzielle Situation im Blick zu behalten. Eine Schwere-Krankheiten-Versicherung kann im Ernstfall finanziellen Freiraum schaffen. Welche Tarife es gibt und worin sie sich unterscheiden, zeigt unsere Übersicht der Tarife für schwere Krankheiten.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Beratung. Die Selbstuntersuchung der Brust ergänzt die ärztlichen Früherkennungsuntersuchungen, ersetzt sie aber nicht. Bei Veränderungen der Brust wenden Sie sich bitte an Ihre frauenärztliche oder hausärztliche Praxis. Die genannten Zahlen stammen vom Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut (Datenjahr 2023, Überlebensraten berechnet für 2021 bis 2023) sowie vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Versicherungsleistungen richten sich nach den jeweiligen Vertragsbedingungen; für individuelle Fragen wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte Beratung. Stand: 2026